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Pflege: Zeitarbeit hilft, wo es nötig ist!

„Zeitarbeit gewinnt in der Pflege an Bedeutung“ titelte jüngst die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ). Ja, aber nicht erst seit gestern und schon gar nicht seit Corona. Bereits im März 2009 erläuterte der iGZ in seinem Fachmagazin zur Zeitarbeit, Zdirekt!, der Bedarf steige stetig, und das allein schon wegen der sich umkehrenden Alterspyramide. Das Thema Zeitarbeit in der Pflege beschäftigt derzeit die Medien intensiv. In zahlreichen Veröffentlichungen wird das Für und Wider abgeschätzt.

Kanonen auf Spatzen

Im Berliner Senat wurde mit Kanonen auf Spatzen gezielt und ein Verbot der Zeitarbeit in der Pflege gefordert. Das ist nicht nur verfassungsrechtlich äußerst fragwürdig – eine Klage zum Thema sektorales Verbot läuft – sondern lässt auch den Verdacht schöpfen, dass hier vom eigentlichen Problem abgelenkt wird, denn: Die WAZ rechnete vor: „Demnach gab es im März 2021 in NRW 3.660 Altenpflegekräfte, die im Rahmen der Arbeitnehmerüberlassung beschäftigt worden sind – ein Plus 31 Prozent im Vergleich zu März 2019. In der Krankenpflege waren 5447 Leiharbeiter beschäftigt, knapp 20 Prozent mehr als vor zwei Jahren. Im selben Zeitraum ist der Markt für Zeitarbeitskräfte landesweit um sechs Prozent geschrumpft. Inzwischen sind 2,6 Prozent der Altenpflegekräfte „ausgeliehen“ – das entspricht dem branchenübergreifenden Anteil der Zeitarbeit an allen Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen im Land.“

Zeitarbeitsklassiker

2,6 Prozent. Dieser Anteil lässt eher den Zeitarbeitsklassiker vermuten: Die Beschäftigten werden bei erhöhtem Arbeitsanfall oder als Ersatz im Krankheitsfall eingesetzt. Und Corona ist im Pflegesektor eine sehr hohe personelle Herausforderung. Der iGZ-Bundesvorsitzende Christian Baumann hat gegenüber der WAZ denn auch ganz richtig reagiert: „Wir spüren deutlich, dass sich der Bedarf in den Einrichtungen durch die vielen pandemiebedingten Ausfälle heftig entwickelt hat. Insgesamt ist Zeitarbeit in der Pflege aber noch ein Randphänomen“, widerspricht er Angaben, das sei ein Boom.

Werkvertrag kontra Zeitarbeit

Auf abenteuerlichen Argumentationspfaden bewegt sich ein Kommentar, den die Neue Ruhr Zeitung (NRZ) unter dem Titel „Die Branche mit dem Januskopf“ veröffentlicht hat. Wie eigentlich fast immer werden hier Werkvertrag und Zeitarbeit in einen Topf geworfen und das Ganze dann als Bereich mit ungelernten Billiglohnkräften unter fragwürdigen Bedingungen arbeitend – Stichwort „Schlachtbetriebe“ – abgestempelt. Andererseits existieren laut Kommentar gut bezahlte Fachkräfte in der Zeitarbeit, die aber nur gut bezahlt werden, weil sie gesucht sind. Und außerdem können sie ihre Schichten nach Wunsch wählen und freie Tage auch. Ein etwas genauerer Blick auf die Branche hätte dem Kommentar zweifellos gut getan. Natürlich sind Zeitarbeit und Werkverträge zwei völlig verschiedene Paar Schuhe. Und die „ungelernten Billiglohnkräfte“ bekommen ein Einstiegsentgelt, das höher liegt als der gesetzliche Mindestlohn. Da ist es fast schon müßig zu ergänzen, dass die Branche zu knapp 100 Prozent tarifiert ist.

Januskopf?

Stellt sich die Frage nach dem Januskopf: Das Phänomen besteht darin, dass hier in einer Branche nahezu alle Berufe – und damit auch alle Gehaltsklassen – vertreten sind, die in der Wirtschaft sonst jeweils eine Branche repräsentieren. Wenn denn nun Pflegekräfte die Vorteile der Zeitarbeit nutzen, bedeutet das im Umkehrschluss lediglich, dass diese Vorteile in ihrer eigenen Branche nicht angeboten werden. So viele können es denn ja offenbar auch nicht sein, denn bislang lässt die Zunahme lediglich auf den erhöhten Pflegebedarf aufgrund der Corona-Pandemie schließen.

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Über den Autor:

Wolfram Linke ist seit Juni 2008 Pressesprecher des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen. Davor arbeitete er 18 Jahre lang als Redakteur bei einer Tageszeitung, bildete regelmäßig Volontäre aus, führte Praktikanten in die Welt des Journalismus ein und hielt zahlreiche Fachvorträge zum Thema Medien. Linke ist außerdem zertifizierter Online-Redakteur, Certified Microsoft Technology Associate (Windows und Netzwerke) und hat mehrere weitere Microsoft- sowie Adobe-Zertifikate. Seit März 2014 ist er Vorsitzender des Pressevereins Münster – Münsterland.

Über den Autor

Wolfram Linke

Wolfram Linke ist seit Juni 2008 Pressesprecher des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen. Davor arbeitete er 18 Jahre lang als Redakteur bei einer Tageszeitung, bildete regelmäßig Volontäre aus, führte Praktikanten in die Welt des Journalismus ein und hielt zahlreiche Fachvorträge zum Thema Medien. Linke ist außerdem zertifizierter Online-Redakteur, Certified Microsoft Technology Associate (Windows und Netzwerke) und hat mehrere weitere Microsoft- sowie Adobe-Zertifikate. Seit März 2014 ist er Vorsitzender des Pressevereins Münster-Münsterland.


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