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Tarif

Das iGZ-DGB-Tarifvertragswerk regelt alle tariflichen Rahmenbedingungen, die für Zeitarbeitnehmer gelten. Am häufigsten nachgefragt sind die Regelungen zur Entlohnung, zur Eingruppierung, zur Arbeitszeit, dem Arbeitszeitkonto und den Urlaubsansprüchen.

Entlohnung

Seit dem 1. April 2018 liegt der tarifliche Mindestlohn für Zeitarbeitsbeschäftigte in Westdeutschland bei 9,49 Euro, in Ostdeutschland bei 9,27 Euro. Der Grundlohn richtet sich zunächst einmal nach der ausgeübten Tätigkeit, die in eine der neun Entgeltgruppen eingeordnet werden kann. Die Entgeltgruppen umfassen in Westdeutschland Einstiegslöhne zwischen 9,49 Euro und 21,07 Euro pro Stunde als Grundlohn. Der ostdeutsche Tariflohn nähert sich immer weiter dem Westlohn an und liegt dann – je nach Qualifikation – zwischen 9,27 Euro und 19,50 Euro. Im Tarifwerk ist festgehalten, dass die Ost- und Westlöhne ab dem 1. April Jahr 2021 vollständig angeglichen sein werden.

Zuschläge

Außerdem gibt es für bislang elf Branchen zusätzliche Tarifverträge, die das Gehalt der Zeitarbeitskräfte zeitlich gestaffelt in sechs Stufen an das der Stammbelegschaft angleichen. Fallen in einem Monat besonders viele Überstunden an, erhält der Beschäftigte dafür 25 Prozent mehr Stundenlohn. Auch Nachtschichten, Sonn- und Feiertagsarbeit werden gesondert vergütet. Urlaubs- und Weihnachtsgeld gibt es obendrein.

Eingruppierung

Für die Einstufung in einer der neun Entgeltgruppen ist die tatsächlich ausgeübte Tätigkeit relevant, nicht die Qualifikation eines Mitarbeiters. Eine Klausel verhindert, dass sich das Entgelt eines Zeitarbeitnehmers verringern kann, wenn ein Einsatz ansteht, der weniger Qualifikationen erfordert. Wird jemand beispielsweise als Industriemechaniker eingestellt, dann erhält er mindestens das Entgelt der Gruppe 3. Sollte er vorübergehend eine einfache Helfertätigkeit übernehmen, so wird er dennoch weiterhin als Industriemechaniker bezahlt. Sollte er für eine höher qualifizierte Tätigkeit eingesetzt werden, erhält er einen entsprechenden Zuschlag auf seinen Grundlohn. Ist der Industriemechaniker länger als ein Jahr im Zeitarbeitsunternehmen tätig, dann wird er automatisch in die Entgeltgruppe 4 hochgestuft und erhält somit nochmals mehr Stundenlohn.

Arbeitszeit und Arbeitszeitkonto

Zeitarbeit dient Unternehmen dazu, Auftragsspitzen abzufangen. Dementsprechend sind Zeitarbeitskräfte immer dort eingesetzt, wo viel zu tun ist. Dabei passen sie ihre Arbeitszeit den Anforderungen des Kundenunternehmens an. Tarifvertraglich hat ein Vollzeitbeschäftigter eine regelmäßige monatliche Arbeitszeit von 151,67 Stunden. Das entspricht im Schnitt einer 35-Stunden-Woche. Arbeitet ein Beschäftigter mehr, bleiben diese Überstunden nicht unvergütet – sie werden mit Zuschlägen honoriert und landen auf dem Arbeitszeitkonto. Dort darf eine Zeitarbeitskraft maximal 150 Plusstunden ansammeln. Üblicherweise werden diese Plusstunden mit Freizeitausgleich vergütet. Arbeitsstunden, die über 105 Stunden hinausgehen, können auch ausbezahlt werden, wenn der Arbeitnehmer das möchte. Ebenfalls ist es möglich, dass Arbeitnehmer und Arbeitgeber über die Ausbezahlung eigene Vereinbarungen treffen.

Urlaubsansprüche

Auch um die Urlaubsansprüche der Zeitarbeitskräfte muss sich das Kundenunternehmen nicht kümmern – denn den Urlaub gewährt das Zeitarbeitsunternehmen. Zwischen 24 und 30 Urlaubstage stehen einer Zeitarbeitskraft je nach Dauer der Betriebszugehörigkeit zu. Darüber hinaus wird der Beschäftigte im Krankheitsfall weiterbezahlt.