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Struktur

Zeitarbeit ist ein Dreiecksverhältnis: Der Zeitarbeitnehmer hat einen Arbeitsvertrag mit dem Zeitarbeitsunternehmen. Das Zeitarbeitsunternehmen ist sein Arbeitgeber – mit allen daraus resultierenden Rechten und Pflichten. Der Zeitarbeitnehmer bekommt vom Zeitarbeitsunternehmen zum Beispiel auch sein Gehalt bezahlt. Seine Arbeitsleistung erbringt der Zeitarbeitnehmer jedoch bei einem Einsatz-Unternehmen. Dort arbeitet er auf fachliche Anweisung der dortigen Vorgesetzten. Durch den Arbeitnehmerüberlassungsvertrag geht die Weisungsbefugnis auf das Kundenunternehmen der Zeitarbeitsfirm über.

Gehaltsstruktur

Der Einsatz wird rechtlich im Arbeitnehmerüberlassungsvertrag geregelt. Er regelt unter anderem auch, was das Einsatz-Unternehmen für den Einsatz des Zeitarbeitnehmers pro Stunde an das Zeitarbeitsunternehmen bezahlen muss. Diesen Betrag nennt man „Verrechnungssatz“. Er Verrechnungssatz ist immer höher als das Gehalt des Zeitarbeitnehmers, weil das Zeitarbeitsunternehmen davon unter anderem folgende Kosten finanziert: das Gehalt des Zeitarbeitnehmers, die Arbeitgeberanteile für die Sozialversicherung und die Berufsgenossenschaft, Rücklagen für Urlaub und Krankheit des Mitarbeiters (Anspruch auf Lohnfortzahlung), Rücklagen für „überlassungsfreie Zeiten“ - also Phasen, in denen es keinen Einsatz für den Mitarbeiter gibt, er aber weiterhin Anspruch auf Lohn hat, Kosten für das „interne Personal“, z.B. Personaldisponenten, Kosten für die Lohnbuchhaltung und allgemeine Bürokosten (Miete, Strom, Telefon).

Dreiecksverhältnis

Flexibilität

Grundgedanke der Zeitarbeit: In der längerfristigen strategischen Perspektive steht die aktive Personalplanung im Mittelpunkt. Unternehmen, die Zeitarbeitnehmer einsetzen, nutzen die Flexibilität, um kurzfristig auf Auftragsrückgänge reagieren zu können und sichern damit unter anderem die Arbeitsplätze der Stammbelegschaft. Mit Zeitarbeit können schwankende Auftragslagen abgefedert werden. In Zeiten unsicherer konjunktureller Entwicklung bedeutet diese Flexibilität einen Wettbewerbsvorteil. Das schnelle Reagieren auf Bewegungen des Marktes spielt zunehmend eine größere Rolle, denn für die deutsche Wirtschaft gilt es, auch im internationalen Vergleich wettbewerbsfähig zu bleiben. Ein weiteres Flexibilitätsmerkmal: Die Branche ist vielschichtig, denn sie arbeitet mit Kundenunternehmen aus allen Wirtschaftssektoren außer dem Bauhauptgewerbe zusammen.

Vorteile

Für Zeitarbeitnehmer bietet die zeitliche Flexibilität der Einsätze die Möglichkeit, Arbeit und Privatleben variabel aufeinander abzustimmen. Das gilt vor allem für Schichtdienste, wie sie beispielsweise in der Pflegebranche üblich sind. Berufseinsteigern eröffnet sich über Zeitarbeit die Chance, ihr berufliches Umfeld über verschiedene Einsätze bei unterschiedlichen Arbeitgebern kennenzulernen, ohne den eigenen Arbeitgeber wechseln zu müssen oder zwischen den Einsätzen arbeitslos zu sein.