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Die Zeitarbeit liegt nach Qualifizierten Unternehmensdienstleistungen, Handel, Instandhaltung von Kfz, dem Gesundheitswesen sowie dem Bereich Information und Kommunikation an fünfter Stelle der größten absoluten Zuwächse.

Moderater Anstieg der Zeitarbeitszahlen

Die Aussichten in der Zeitarbeitsbranche sind heiter bis wolkig bei steigenden Zeitarbeitnehmerzahlen: Für den Monat Januar 2022 verzeichnete das Statistische Bundesamt 710.400 Beschäftigte in Zeitarbeitsunternehmen, die hauptsächlich Arbeitnehmerüberlassung betreiben. Das entspricht im Vergleich zum Monat Dezember 2021 einem leichten Plus von 2.300 Zeitarbeitnehmern (0,3 Prozent). Das lässt hoffen, denn sonst sind die Zahlen jahreszeitlich bedingt eher rückläufig.

Noch wesentlich besser sieht denn auch der Vorjahresvergleich aus: Im Januar 2021 waren 657.100 Zeitarbeitnehmer in den Unternehmen angestellt, was nun ein Plus von 53.300 Angestellten (plus 8,1 Prozent) bedeutet. Damit liegt die Zeitarbeit nach Qualifizierten Unternehmensdienstleistungen, Handel, Instandhaltung von Kfz, dem Gesundheitswesen sowie dem Bereich Information und Kommunikation an fünfter Stelle der größten absoluten Zuwächse.

Steigende Beschäftigungszahlen

Zur Situation auf dem Gesamtarbeitsmarkt im Monat März äußerte sich der Vorstand Regionen der Bundesagentur für Arbeit (BA), Daniel Terzenbach: „Der Arbeitsmarkt erholt sich weiter. Durch die Lockerungen und die beginnende Frühjahrsbelebung sinkt die Arbeitslosigkeit und steigt die Beschäftigung. Folgen des Krieges in der Ukraine zeigen sich in den Arbeitsmarktdaten momentan nur vereinzelt. Die Gefahren, die von einer weiteren Eskalation und beispielsweise Lieferstopps fossiler Rohstoffe ausgehen, belasten jedoch die weitere wirtschaftliche Entwicklung.“

Arbeitslosigkeit rückläufig

Die Zahl der Arbeitslosen ist im März 2022 im Zuge der einsetzenden Frühjahrsbelebung gegenüber dem Vormonat um 66.000 auf 2.362.000 gesunken. Saisonbereinigt hat die Arbeitslosigkeit laut BA-Pressemitteilung um 18.000 abgenommen. Verglichen mit dem März des vorigen Jahres sei sie um 465.000 geringer. Im Vergleich zum März 2020 liege sie nur noch um 27.000 höher. Die Arbeitslosenquote sank von Februar auf März um 0,2 Prozent auf 5,1 Prozent und liege damit 1,1 Prozent niedriger als im Vorjahresmonat. Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte Erwerbslosenquote belief sich im Februar auf 3,0 Prozent.

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung, die auch Veränderungen in der Arbeitsmarktpolitik und kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt, sei saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 23.000 gesunken. Sie lag, so die BA, im März 2022 bei 3.110.000 Arbeitnehmern. Das waren 479.000 weniger als vor einem Jahr und 138.000 weniger als im März 2020.

Kurzarbeitergeld

Vor Beginn von Kurzarbeit müssen Betriebe eine Anzeige über den voraussichtlichen Arbeitsausfall erstatten. Nach aktuellen Daten zu geprüften Anzeigen wurde vom 1. bis einschließlich 27. März für 113.000 Beschäftigte konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Allerdings seien diese Daten aufgrund des kurzfristigen Inkrafttretens der gesetzlichen Sonderregelungen erheblich untererfasst. Aktuelle Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme stehen bis Januar 2022 zur Verfügung. Nach vorläufigen hochgerechneten Daten der Bundesagentur für Arbeit wurde in diesem Monat für 654.000 Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt.

45,10 Millionen Beschäftigte

Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung steigen weiter an. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im Februar 2022 saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 34.000 gestiegen. Mit 45,10 Millionen Beschäftigten fiel sie im Vergleich zum Vorjahr um 678.000 höher aus. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nahm saisonbereinigt von Dezember auf Januar 2022 um 71.000 zu. Im Vergleich zum Vorjahr ist sie im Januar nach Hochrechnungen der BA um 656.000 auf 34,17 Millionen Beschäftigte gestiegen. 7,12 Millionen Arbeitnehmer hatten im Januar 2022 eine geringfügig entlohnte Beschäftigung, 235.000 mehr als im Vorjahresmonat. Darunter waren 4,05 Millionen ausschließlich und 3,07 Millionen im Nebenjob geringfügig entlohnt beschäftigt. Das Plus gegenüber dem Vorjahr geht weit überwiegend auf die im Nebenjob geringfügig entlohnt Beschäftigten zurück.

Stellenmarkt auf hohem Niveau

Die Nachfrage nach neuem Personal bewegt sich im März weiter auf hohem Niveau. So waren 839.000 Arbeitsstellen bei der BA gemeldet, 229.000 mehr als vor einem Jahr. Saisonbereinigt hat sich der Bestand der bei der BA gemeldeten Arbeitsstellen um 4.000 erhöht. Die neu gemeldeten Stellen haben dagegen saisonbereinigt um 12.000 abgenommen. Dies könnte wirtschaftliche Unsicherheiten vor allem in Folge des Ukraine-Kriegs widerspiegeln.

Ausbildungsmarkt in Bewegung

Von Oktober 2021 bis März 2022 meldeten sich bei den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern 313.000 Bewerberinnen und Bewerber für eine Ausbildungsstelle. Das waren 9.000 weniger als im Vorjahreszeitraum. Von ihnen hatten im März noch 188.000 junge Menschen weder einen Ausbildungsplatz noch eine Alternative gefunden. Gleichzeitig waren 443.000 Ausbildungsstellen gemeldet, 28.000 mehr als vor einem Jahr. 298.000 waren von diesen noch unbesetzt. Der Ausbildungsmarkt ist im März aber noch stark in Bewegung. Deshalb erlauben diese Zahlen nur eine vorläufige Einschätzung der Entwicklung im aktuellen Berichtsjahr. (WLI)

31.05.2022

BA-Monatsbericht März 2022

Über den Autor

Wolfram Linke

Wolfram Linke ist seit Juni 2008 Pressesprecher des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen. Davor arbeitete er 18 Jahre lang als Redakteur bei einer Tageszeitung, bildete regelmäßig Volontäre aus, führte Praktikanten in die Welt des Journalismus ein und hielt zahlreiche Fachvorträge zum Thema Medien. Linke ist außerdem zertifizierter Online-Redakteur, Certified Microsoft Technology Associate (Windows und Netzwerke) und hat mehrere weitere Microsoft- sowie Adobe-Zertifikate. Seit März 2014 ist er Vorsitzender des Pressevereins Münster-Münsterland.


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