Bild

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) schätzt, dass derzeit etwa 154.000 offene Stellen für geringqualifizierte Flüchtlinge in Frage kommen.

Jedes zwölfte Unternehmen beschäftigt Flüchtlinge

Mit dem geplanten Integrationsgesetz soll die Beschäftigung von Flüchtlingen in Zeitarbeit deutlich erleichtert werden. In anderen Wirtschaftszweigen dürfen Flüchtlinge schon jetzt nach einer Frist von drei Monaten arbeiten. Laut dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln beschäftigt derzeit jedoch nur jedes zwölfte Unternehmen Flüchtlinge.

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) schätzt, dass derzeit etwa 154.000 offene Stellen für geringqualifizierte Flüchtlinge in Frage kommen. Dabei handele es sich hauptsächlich um Stellen als Reinigungskräfte, bei Paketdiensten oder in Bau- und Ausbauberufen. IAB-Sprecher Wolfgang Braun betonte jedoch, dass dies nur eine Momentaufnahme sei.

Einschränkungen

Basis für diese Schätzung ist die Annahme, dass zunächst nur solche Stellen für Flüchtlinge in Frage kommen, für die keine abgeschlossene Berufsausbildung in Frage komme. Von diesen derzeit 202.000 Helfertätigkeiten zog das Forschungsinstitut die Stellen ab, bei denen Deutschkenntnisse eine große Rolle spielen. Das sind beispielsweise Verkaufsberufe, bei denen Kunden beraten werden müssen.

Hürden bei der Einstellung

Mangelnde Deutschkenntnisse und fehlende fachliche Qualifikationen sind denn auch die am häufigsten genannten Hürden bei der Beschäftigung von Flüchtlingen. Unternehmen kritisieren auch Probleme aufgrund eines ungeklärten Aufenthaltsstatus´. „Monatelange Ungewissheit verunsichert die Betriebe, aber vor allem die zu uns kommenden Menschen“, fasst Lutz Goebel, Präsident des Verbandes „Die Familienunternehmer“, zusammen.

Bereitschaft zur Beschäftigung steigt langsam

Perspektivisch wollen etwas mehr Unternehmen Arbeitsplätze mit Flüchtlingen besetzen. Laut dem IW Köln gab knapp jedes zehnte Unternehmen an, innerhalb der kommenden sechs Monaten Flüchtlinge rekrutieren zu wollen („ja“: zwei Prozent, „eher ja“: sieben Prozent). Dabei lag der Anteil bei den Unternehmen, die bereits Flüchtlinge eingestellt haben, höher. (ML)