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IW-Studie zu Auswirkungen der Corona-Krise
08.05.2020

"Weichen für eine Nachfrageerholung stellen"

Aus Sicht der deutschen Unternehmen ist mit Normalität angesichts der Corona-Krise noch lange nicht zu rechnen: Rund 60 Prozent der befragten Firmen einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) erwarten anhaltend starke Auswirkungen auf ihr Geschäft bis einschließlich 2021.

Das IW setzt auf die Weichenstellung für eine Nachfrageerholung, damit die Wirtschaft - und damit auch der Arbeitsmarkt - wieder in Schwung kommt.
Das IW setzt auf die Weichenstellung für eine Nachfrageerholung, damit die Wirtschaft - und damit auch der Arbeitsmarkt - wieder in Schwung kommt.

Auch die Zeitarbeitsbranche kämpft mit dem wirtschaftlichen Einbruch und reagierte vor allem mit Kurzarbeit. Laut einer iGZ-Umfrage sind 88,4 Prozent der iGZ-Mitglieder von coronabedingten Abmeldungen ihrer Mitarbeiter betroffen, und 75 Prozent haben bereits Kurzarbeit angemeldet. Ebenfalls genutzt werden die Möglichkeit des Abbaus von Arbeitszeitkonten (66,9 Prozent) und die Gewährung von Urlaub (59,5 Prozent).

Unterstützungsinstrumente

Hinzu kommen politische Unterstützungsinstrumente wie etwa die Stundung von Steuerzahlungen (30 Prozent) oder die Stundung der VBG-Beiträge (11,3 Prozent). Flexibilität ist oberstes Gebot der Zeitarbeit – in der Wirtschaftskrise 2009/2010 machte sich der Aufschwung zuerst in der Zeitarbeitsbranche bemerkbar – dank der Hilfsmittel wie etwa Kurzarbeitergeld konnte die Branche sehr schnell reagieren und ihre Beschäftigten wieder in Arbeit bringen.

Wiederaufnahme

Das lässt hoffen, dass sich die Zeitarbeit einmal mehr als Frühindikator erweist, zumal die BA die außerordentlich hohe Kurzarbeitszahl als Hoffnung der Betriebe auf baldige Wiederaufnahme der Tätigkeit interpretiert. Beschäftigungsverhältnisse werden so stabilisiert und der Anstieg der Arbeitslosigkeit gedämpft.

Fehlende Nachfrage

Rund die Hälfte der vom IW befragten Unternehmen hält die fehlende Nachfrage von inländischen Kunden aktuell für ein großes Problem. An zusätzlich starke Impulse für die Inlandsnachfrage im Zeitraum 2020 und 2021 glauben derzeit elf Prozent der befragten Firmen. 41 Prozent gehen laut IW davon aus, dass die Inlandsnachfrage bis 2021 schwach bleibt. Damit sind die Aussichten für 2021 nur leicht optimistischer als für diesen Sommer.

Weichen stellen

"Diese Einschätzungen verdeutlichen, dass wir in Deutschland die Weichen für eine Nachfrageerholung stellen müssen", so IW-Forscher Michael Grömling. Eine befristete und auf besonders stark unter der Krise leidende Warengruppen begrenzte Senkung der allgemeinen Mehrwertsteuer wäre denkbar. Zudem seien Sonderabschreibungen für eine Stimulierung der Konjunktur effektiv. (WLI)

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