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Jeder 3. Geflüchtete findet durch Zeitarbeit zum Job
19.06.2019

Geflüchtete in Zeitarbeit: Erfolge nicht kleinreden

Geflüchtete kommen unter anderem aus Syrien, Afghanistan oder Eritrea und sind zwischen 18 und 24 Jahre alt: jeder Dritte (31,49 Prozent) fand seinen Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt durch Zeitarbeit. Wie NTV berichtet, hatten im Februar 2019 nach einer Analyse des Denkfabrik Berlin-Instituts auf Basis der Zahlen von der Bundesagentur für Arbeit 95.000 Menschen aus den acht wichtigsten Herkunftsländern von Asylbewerbern und damit fast jeder Dritte eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung gefunden.

Osama Al Sagir fand im Ruhrgebiet schnell einen Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt mithilfe von Zeitarbeit.
Osama Al Sagir fand im Ruhrgebiet schnell einen Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt mithilfe von Zeitarbeit.

Viele fanden Arbeit im einfachen Dienstleistungsbereich wie Gebäudereinigung oder Gastgewerbe. "Allerdings wird diese Integrationsleistung der Zeitarbeit in der Studie trotzdem als „prekär“ abgewertet. Dabei wird der Beitrag, den die Zeitarbeitsbranche leistet weder von der Bundesagentur für Arbeit noch von der Politik bestritten. Es wäre tatsächlich hilfreich, wenn die Zeitarbeit weniger ideologisch betrachtet würde", meint Marcel Speker, iGZ-Fachbereichsleiter Kommunikation.

Übernahmequote

„Leiharbeit gilt als Sprungbrett in den Arbeitsmarkt, da sich Arbeitgeber ohne Risiko einen Eindruck von einem Kandidaten verschaffen können. Für die Geflüchteten stellt sie einen unkomplizierten und niedrigschwelligen Zugang zum Arbeitsmarkt dar, da gute Sprachkenntnisse und formale Qualifikationen meist eine nachgeordnete Rolle spielen. Leiharbeit ist in der Regel allerdings nicht der erhoffte Integrationsmotor“, steht in der Studie. "Das Gegenteil ist richtig", so Speker. "Zeitarbeitsfirmen leisten starke Integrationsarbeit, indem sie die Menschen bei Behördengängen und Wohnungssuche begleiten und Sprachkurse organisieren. Das sind häufig Dinge, die andere Arbeitgeber so nicht anbieten."

Sprungbrett Zeitarbeit

Weiter heißt es in der Studie, dass 90 Tage nach dem Ende eines Zeitarbeitsverhältnisses 54 Prozent arbeitslos seien. Hier sei laut Speker eine vernünftige Einordnung nötig. „Keine andere Branche gibt so vielen Menschen eine Chance auf einen beruflichen (Wieder-) Einstieg, wie die Zeitarbeit. Häufig betrifft das auch Personen mit einer schwierigen beruflichen Biografie, die an anderer Stelle diese Chance nicht erhalten. Und schon die Beschäftigung beim Zeitarbeitsunternehmen bedeutet, auch das wurde in der Studie verkannt, eine in aller Regel unbefristete, tarifierte und sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigung im Ersten Arbeitsmarkt. Die in der Studie zitierte Zahl bedeutet übrigens im Umkehrschluss auch, dass immerhin 46 Prozent aller Geflüchteten, die bei einem Zeitarbeitsunternehmen wieder entlassen werden mussten, nach 90 Tagen wieder in Beschäftigung waren. Hier wirkt das Sprungbrett Zeitarbeit", so Speker.

Integration funktioniert

„Die Integration Geflüchteter in den Arbeitsmarkt ist eine große Aufgabe für unsere Gesellschaft. Die Zeitarbeit leistet hier einen enorm wichtigen Beitrag. Statistische Werte müssen gerade in diesem Zusammenhang hinterfragt und mit den Realitäten gespiegelt werden. Es gibt auch viele positive Beispiele“, so Speker. Diese könne man auf der iGZ-Infowebsite www.zeitarbeit-einegutewahl.de nachlesen. Ob als Schweißer, im IT-Bereich oder als Containerschlosser – Osama Al Sagir, Lara Amer und Albert Reschetnikov fanden den schnellen Einstieg durch Zeitarbeit und für sie ist „Zeitarbeit: Eine gute Wahl.“ (KM)

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