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Zeitarbeit Frühindikator der Gesamtwirtschaft
08.06.2021

Kurzarbeit sinkt deutlich

Deutlich entspannt zeigten sich zuletzt die Kurzarbeitszahlen in der Zeitarbeitsbranche: Im April verzeichnete die Bundesagentur für Arbeit (BA) einen Rückgang der Anzeigen um 64 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Damit sank auch die Zahl der gemeldeten Beschäftigten in den Anzeigen um 45 Prozent gegenüber März. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum sank die Zahl im Bereich verarbeitendes Gewerbe um 47 beziehungsweise 36 Prozent. Einmal mehr erweist sich die Zeitarbeit demnach als Frühindikator der Wirtschaft – insgesamt sank die Zahl der angezeigten Kurzarbeiter um elf Prozent.

Das Arbeitsaufkommen zieht an: Vor allem in der Zeitarbeitsbranche verzeichnet die Bundesagentur für Arbeit deutlich rückläufige Zahlen beim Kurzarbeitergeld.
Das Arbeitsaufkommen zieht an: Vor allem in der Zeitarbeitsbranche verzeichnet die Bundesagentur für Arbeit deutlich rückläufige Zahlen beim Kurzarbeitergeld.

Der Blick auf die Quartalszahlen zeigt allerdings, dass noch keine Entwarnung gegeben werden kann: Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) meldet in einer Pressemitteilung, die Kurzarbeit liege in der Gesamtwirtschaft aktuell weiterhin auf einem außerordentlich hohen Niveau. Im Vergleich zum Vorquartal sei die Zahl der Kurzarbeitenden im ersten Quartal 2021 um eine Million auf rund 3,44 Millionen Arbeitnehmer gestiegen.

Teilzeit gesunken

Die Teilzeitquote ist laut IAB gegenüber dem Vorjahresquartal um 0,4 Prozentpunkte deutlich gesunken und lag im ersten Quartal 2021 bei 38,2 Prozent. Zuletzt habe die Teilzeitquote im ersten Quartal 2016 mit 38,1 Prozent niedriger gelegen. Die Zahl der Teilzeitbeschäftigten sei mit minus 2,2 Prozent deutlich stärker gesunken als die der Vollzeitbeschäftigten mit minus 0,7 Prozent.

Kräftiger Rückgang

Ausschlaggebend für die Entwicklung bei den Teilzeitbeschäftigten sei der kräftige Rückgang der geringfügigen Beschäftigung. „Die Corona-Krise hat die Minijobs besonders hart getroffen“, erklärt Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungsbereichs „Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen“. Ebenso wie Minijobs seien Nebenjobs generell häufig kurzfristig angelegt, und viele dieser Jobs seien weggefallen. 3,8 Millionen Beschäftigte gingen einer Nebentätigkeit nach, das seien 4,2 Prozent weniger als im ersten Quartal 2020. Die sozialversicherungspflichtige Teilzeitbeschäftigung weise mit +0,5 Prozent dagegen keinen Rückgang auf.

Geringeres Arbeitsvolumen

Infolge der Covid-19-Pandemie sei das Arbeitsvolumen gegenüber dem ersten Quartal 2020 um 5,5 Prozent auf rund 14,8 Milliarden Stunden gesunken. Während das Arbeitsvolumen im vierten Quartal 2020 gegenüber dem entsprechenden Quartal des Vorkrisenjahres 2019 um 3,8 Prozent zurückgegangen sei, fiel der Rückgang mit 7,2 Prozent im ersten Quartal 2021 gegenüber dem entsprechenden Quartal in 2019 fast doppelt so hoch aus.

Zweiter Tiefpunkt

„Der Jahresanfang 2021 war der zweite Tiefpunkt der Corona-Krise“, unterstreicht Weber. Die Arbeitszeit pro Erwerbstätigen betrug im ersten Quartal 2021 334,2 Stunden und sank damit um 4 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Zahl der Erwerbstätigen sei im ersten Quartal 2021 gegenüber dem Vorjahresquartal um 1,6 Prozent gesunken und lag bei knapp 44,4 Millionen Beschäftigten. (WLI)

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