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BASF-Chef Dr. Martin Brudermüller sprach mit Hubertus Heil
13.08.2019

Konzernchef kritisiert Zeitarbeitsregelung

Deutliche Worte zur zunehmend restriktiven Regelung der Zeitarbeitsbranche fand jetzt der BASF-Konzernchef Dr. Martin Brudermüller bei einem Besuch von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil und der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (beide SPD) im Ludwigshafener Werk des weltgrößten Chemiekonzerns.

BASF-Vorstandsvorsitzender Dr. Martin Brudermüller: "Digitale Projektarbeiten bedingen wesentlich mehr Beweglichkeit vor allem im Bereich der Zeitarbeit."
BASF-Vorstandsvorsitzender Dr. Martin Brudermüller: "Digitale Projektarbeiten bedingen wesentlich mehr Beweglichkeit vor allem im Bereich der Zeitarbeit."

„Es ist falsch, dass wir den Arbeitsmarkt immer mehr regulieren“, unterstrich Brudermüller laut einem Bericht der Zeitung „Mannheimer Morgen“. Besonders die Einschränkungen bei der Zeitarbeit sorgen laut Konzernchef zunehmend für immer mehr Probleme. Digitale Projektarbeiten, so Brudermüller, bedingen wesentlich mehr Beweglichkeit vor allem im Bereich der Zeitarbeit. Mehr

Wesentlicher Vorteil der Zeitarbeit gegenüber den herkömmlichen Beschäftigungsverhältnissen ist die . Mit Hilfe der Zeitarbeit können Unternehmen auf schwankende Auftragslagen flexibel reagieren.

und weniger Regulierung müsse die Devise lauten. Sonst könne die Wirtschaft die Herausforderungen des digitalen Wandels laut BASF-Vorstandsvorsitzendem weder realisieren noch überhaupt meistern.

Echte Hürde

Durch die jüngste Reform des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes wurde unter anderem eine Überlassungshöchstdauer von 18 Monaten festgelegt. Für Kundenunternehmen der Zeitarbeitsbranche und Zeitarbeitsunternehmen gleichermaßen bedeutet das eine echte Hürde: Insbesondere der Einsatz von Ingenieuren und Fachkräften in Projektarbeiten, Teilnehmern an Weiterbildungsmaßnahmen oder Vertretungen in Elternzeit, deren Überlassungsdauer in der Regel 18 Monate überschreitet, wird dadurch in höchstem Maße erschwert.

Wettbewerb erschwert

Mit Folgen: Diese Bedingungen schränken nicht nur die nationale wie auch internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft ein, sondern bedeuten auch Nachteile für die Zeitarbeitnehmer. Entweder werden sie gar nicht mehr eingesetzt oder arbeiten nur noch zeitlich beschränkt. Die Auswirkungen zeigen sich bereits: Zunehmend werden Zeitarbeitskräfte, auch mit Blick auf die immer größer werdende Konjunkturdelle, abgemeldet oder erst gar nicht mehr geordert. (WLI)

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