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Gute Zeitarbeit – Bleibt alles anders?!
13.02.2014

iGZ-Landeskongress NRW 2014

Unter dem Motto „Gute Zeitarbeit – Bleibt alles anders?“ begrüßte Landesbeauftragte Anne Rosner die knapp 400 Teilnehmer des iGZ-Landeskongresses NRW in den Dortmunder Westfalenhallen. Dabei standen thematisch die Anforderungen durch den stetigen Wandel im Mittelpunkt des Zeitarbeitstages.

Dortmund sei als Symbol für den Strukturwandel dafür ein sehr gut gewählter Ort, bekräftigte Rosner. Denn die Ruhrgebietsstadt habe sich in den vergangenen Jahren immer wieder an die neuen Anforderungen angepasst – ähnlich wie die Zeitarbeit. „Der Wandel hat für uns im Grunde eine gewisse Beständigkeit“, fasste Rosner die Tatsache zusammen, dass sich in der Zeitarbeit eigentlich ständig alles ändere.

Thomas Busche neuer iGZ-Regionalkreisleiter

Dem Verband sei es wichtig, nicht nur die Risiken, sondern immer auch die Chancen zu sehen. Dabei wolle man für die Mitglieder auch regional ansprechbar sein. Dies gelinge aufgrund des engen Netzes an Regionalkreisleitern in Nordrhein-Westfalen: Carsten Ahrens (Münsterland/Westliches Westfalen), Ralf Lemle (Bergisches Land/Düsseldorf), Thomas Altmann (Duisburg), Siegfried Boos (Rheinland), Markus Hagemeier (Hamm) und Hans-Joachim Scharrmann (Dortmund/Bochum). Neu im Team begrüßte Rosner Thomas Busche, der das Amt des Regionalkreisleiters für Ostwestfalen-Lippe von Holger Piening übernommen hat.

Neuer iGZ-Regionalkreisleiter für Ostwestfalen-Lippe:

Thomas Busche kümmert sich von nun an um die Wünsche und Anliegen der iGZ-Mitglieder im Regionalkreis Ostwestfalen-Lippe. Der Bielefelder eröffnete 2010 die Busche Personalmanagement GmbH, mit der er seit Firmengründung Mitglied im Interessenverband Deutscher Zeitarbeit ist. Thomas Busche ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Dank an Piening und Kramer

Werner Stolz, iGZ-Hauptgeschäftsführer, dankte in seinem Grußwort den iGZ-Mitgliedern. „Sie haben viel dazu beigetragen, dass sich das Image der Zeitarbeit in den letzten Jahren stark gewandelt hat“, betonte er. Der Einfluss des Mindestlohns in Höhe von 8,50 Euro (West) sowie der Branchenzuschläge, für die sich besonders Holger Piening und Sven Kramer eingesetzt hätten, sei ebenfalls sehr groß gewesen.

Den Dialog mit dem iGZ verdichten

Mit einem „Glück auf“ grüßte Thomas Westphal, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Dortmund, die iGZ-Mitglieder. Er wies darauf hin, dass im Laufe der Zeit immer mehr einfache Tätigkeiten für Menschen ohne Ausbildung weggefallen seien. Gleichzeitig steige die Zahl der Langzeitarbeitslosen. Wie hier Abhilfe geschaffen werden könne, darüber wolle er gerne den Dialog mit dem iGZ intensivieren.

Zukunft von zwei Aspekten abhängig

Die Zukunft der Zeitarbeitsbranche hänge im Wesentlichen von zwei Faktoren ab, warf Dr. Michael Henze einen Blick nach vorn. Der Abteilungsleiter im NRW-Ministerium für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk nannte dazu die steigenden Flexibilitätsansprüche des Arbeitsmarktes sowie die wachsende Fachkräftelücke aufgrund des demografischen Wandels. Diese beiden Aspekte würden sich langfristig zu einem Gleichgewicht einpendeln. Auf welchem Niveau das geschehe sei davon abhängig, welche Herausforderung schneller wachse.

Vom Wahlkampf zur Großen Koalition

Aus dem Nähkästchen plauderte Andrea Resigkeit, Leiterin des iGZ-Hauptstadtbüros. Sie zeichnete die Entwicklungen vom Wahlkampf bis hin zur Bildung der Großen Koalition nach. „Als sich CDU/CSU und SPD zu den Koalitionsverhandlungen trafen, waren noch 100 offene Punkte zu besprechen – unter anderem die Details zum Mindestlohn“, verriet sie. Diese seien in einem 17-stündigen Sitzungsmarathon abgearbeitet worden, bei dem auch die Ergebnisse des iGZ-Mittelstandsbarometers eine große Rolle gespielt hätten.

Mit Klischees aufräumen

Wie Vorurteile gegen die Branche ausgemerzt werden können, erläuterte Nadine Rebel, Rebel-Management-Training. Zunächst sei es wichtig, die Entstehung solcher Klischees zu erkunden. Dann könnte man auf Fakten basierend gute Gegenargumente suchen. Diese müssten publiziert werden.

 

Expertengespräch: Zeitarbeit 2030

Wohin sich die Rahmenbedingungen in Nordrhein-Westfalen entwickeln werden, darüber sprach Marcel Speker, iGZ-Kommunikationsleiter, mit Dr. Oliver Stettes, IW Köln, Dr. Frank Lennings, Institut für angewandte Arbeitswissenschaft, und Dr. Arnd Küppers, Katholische Sozialwissenschaftliche Zentralstelle. „Grundsätzlich spricht viel dafür, dass Zeitarbeit wichtig bleibt – aber am Standort Nordrhein-Westfalen wird es schwieriger werden als im restlichen Deutschland“, prophezeite Dr. Stettes. Das liege daran, dass die Bedeutung von Helfertätigkeiten abnehmen werde. Dem stimmte Dr. Lennings grundsätzlich zu. Hier gelte es für Zeitarbeitsunternehmen, die Ansprüche der Kundenbetriebe genau zu beobachten.

Anliegen der Kirche umgesetzt

Ein Lob sprach Dr. Küppers der Branche aus. „Die Zeitarbeit macht im Grunde genau das, was ein großes Anliegen der Kirche ist – nämlich die Integration von Menschen, die es schwer auf dem Arbeitsmarkt haben. Viele von Ihnen engagieren sich also neben Ihrer Unternehmerschaft auch als Sozialarbeiter. Das ist ein Grund, warum Sie mich für sich als Branche eingenommen haben“, sprach der Kirchenvertreter die iGZ-Mitglieder direkt an. Damit spielte er auf die Tatsache an, dass branchenübergreifend die Quote von ungelernten Hilfskräften bei nur drei Prozent liegt, in der Zeitarbeit aber bei 30 bis 40 Prozent.

Strategische Partnerschaft

Was moderne Zeitarbeit leisten muss, verriet Sebastian Braun von der punkt Mittelstand GmbH. „Unternehmer wünschen sich eine strategische Partnerschaft“, berichtete er aus eigener Erfahrung. In monatlichen Gesprächen könnten Personaldisponenten zum Beispiel schon frühzeitig den Bedarf des Kunden besprechen. Außerdem sei nichts so schädlich für die Beziehung zwischen Zeitarbeitsunternehmen und Kunden wie einen „falschen“ Mitarbeiter zu schicken. Wenn keine passende Arbeitskraft zur Verfügung stehe, solle man dieses Problem lieber offen ansprechen.

Juristische Einschätzungen

Ergänzend zum Vortrag von Andrea Resigkeit erläuterte Martin Dreyer, iGZ-Geschäftsführer, die Pläne der Großen Koalition aus juristischer Sicht (zum separaten Artikel über Dreyers Vortrag). Ausführlich ging er zudem auf die Themen Bezugnahmeklausel und Werkverträge ein. Dabei verwies er auch auf die Ergebnisse des iGZ-Mittelstandsbarometers: Im Gegensatz zur medialen Darstellung spielen Werkverträge in der Zeitarbeit eine eher untergeordnete Rolle. Lediglich 11,5 Prozent der iGZ-Mitglieder gaben in der siebten Umfragewelle an, Werkverträge einzusetzen. (ML)

 

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