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Personaldienstleister sind betroffen und häufig schlecht vorbereitet
26.11.2019

Digitalisierung macht Change Management erforderlich

Fachkräftemangel, demografischer Wandel, Globalisierung und Digitalisierung sind nur einige Zukunftstrends, die jetzt schon aktuell sind, die Unternehmen aber in Zukunft noch mehr beschäftigen werden. Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen sind betroffen, da sie oft wenig Kapazitäten haben, um sich teure Software anzueignen und junge Kräfte mit gezielten Weiterbildungen zu entwickeln.

„Künstliche Intelligenz wird unseren Alltag völlig verändern und sämtliche Bereiche unserer Arbeit durchdringen“, meint Zukunftsforscher Harry Gatterer im Interview mit dem Magazin Faktor A der Bundesagentur für Arbeit. Er sieht auch das Thema „Silver Society“ als Herausforderung für die Arbeitswelt. Denn die Abläufe werden immer schneller und die Mitarbeiter immer älter. Führungskräfte müssten den Erfahrungsschatz der älteren und die digitale Kompetenz der jungen Mitarbeiter zusammenbringen. Wichtig sei aber auch Zeit zum Reflektieren und Evaluieren. „Unser Gehirn ist nicht dafür geschaffen, Dinge sowohl abzuarbeiten als auch zu reflektieren. Das sind zwei völlig unterschiedliche Tätigkeiten“, beschreibt Harry Gatterer den inneren Konflikt.

Veränderungen in der Zeitarbeitsbranche

Auf die Zeitarbeitsbranche bezogen sieht der iGZ-Digitalisierungsbeauftragte Marcel Speker die Herausforderung, Veränderungsbedarfe deutlich zu machen: „Gatterer hat Recht, wenn er andeutet, dass wir heute kaum wissen können, wie sehr sich gerade auch die Prozesse und Abläufe bei Personaldienstleistern verändern werden. Wenn wir heute die Hände in den Schoß legen, weil nach aktueller Vorstellungskraft bestimmte Dinge nicht maschinell erledigt werden können, sind wir in Zukunft schneller abgehängt, als uns lieb ist. Künstliche Intelligenz in Kombination mit Quantencomputern wird an ganz vielen Stellen das bisherige Unmöglichkeitsverständnis relativieren. Darauf als Branche vorbereitet zu sein, ist die große Herausforderung.“

Change-Management wird zum Alltag

Mit Blick auf die Veränderungsprozesse macht Harry Gatterer deutlich, dass es wichtig sei einen Schritt zur Seite zu treten und sich zu fragen: „Was ist relevant für mein Unternehmen, für mich, für meine Situation?“ Dafür brauche es aber eine Art „pragmatischer Entspannung“, was in Zeiten wie diesen, in denen Entwicklungen nicht deutlich vorhersehbar sind und darum eine allgemeine Unruhe und Nervosität herrscht, natürlich schwierig sei. Aufgrund dieser Unsicherheiten müsse man die „Beobachtung zweiter Ordnung“ – also das Draufschauen von außen – auch alle zwei Jahre wiederholen.

Querdenken

Claudia Schütte, iGZ-Expertin für Change-Management weiß, dass diesbezüglich noch viel Change auf die Branche zukommt: „Eine Unternehmenskultur, die Querdenken, in Frage stellen und Richtungswechsel zulässt, kann der stabilisierende Faktor in diesen turbulenten Zeiten sein. Die Rahmenbedingungen, in denen Unternehmen agieren, mögen sich immer schneller verändern, der Dreh- und Angelpunkt für erfolgreich am Markt agierende Unternehmen ist die Klarheit über das „Warum“. Für die Personaldienstleistungsbranche ist damit nicht nur die Qualität der Dienstleistung gemeint, also die Überlassung von qualifiziertem Personal, sondern das „Warum“ kann beispielsweise in einem bestimmten Werteverständnis, in der Qualität der Kundenbeziehung oder in der bewussten Entscheidung für eine systematische Weiterentwicklung der Mitarbeiter begründet liegen.“ (MS/CS)

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