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IAB untersuchte Auswirkungen auf Gehälter
14.09.2021

Ausbildungsabbruch negativ für den Verdienst

Der Lockdown in der Coronakrise machte sich auch bei den Ausbildungszahlen bemerkbar – in der Zeitarbeitsbranche wurden im Jahr 2020 lediglich 563 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen. Normalerweise sind es knapp doppelt soviele – die Ausbildung zu Personaldienstleistungskaufleuten (PDK) zählt regelmäßig zu den 100 beliebtesten Ausbildungen in Deutschland.

Wer seine Ausbildung in Theorie und Praxis durchzieht, gehört später zu den besser Verdienenden.
Wer seine Ausbildung in Theorie und Praxis durchzieht, gehört später zu den besser Verdienenden.

Insgesamt blickte die Branche im vergangenen Jahr auf 1.697 laufende Ausbildungsverträge. Von 729 Prüfungsteilnehmern schlossen 693 erfolgreich ab. Die Zahl der Abbrecher ist statistisch zwar nicht erfasst, laut Aussagen der Ausbilder aber gering. Aus gutem Grund: Im Vergleich zu Auszubildenden, die ihre Ausbildung abgeschlossen haben, verdienen Beschäftigte, die ihre Ausbildung abgebrochen haben, deutlich weniger. Arbeitnehmer, die ihre Ausbildung unterbrochen und ihren Abschluss in einer neuen Ausbildung erworben haben, verdienen ähnlich viel wie Ex-Auszubildende, die ihren Abschluss ohne Unterbrechungen erwarben. Das geht jetzt aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor, die auf dem Ausbildungspanel Saarland beruht.

Lohnunterschied steigt

Abbrechende verdienen laut IAB-Pressemitteilung fünf Jahre nach dem ersten Ausbildungsbeginn 5,3 Prozent weniger als Auszubildende, die ihren Abschluss ohne Unterbrechungen erwerben. Zehn Jahre nach Beginn der ersten Ausbildung steigt der Lohnunterschied auf 7,3 Prozent. „Ein Großteil der Abbrechenden entwickelt diskontinuierliche Erwerbskarrieren und erzielt langfristig geringere Löhne. Daran zeigt sich, dass der Erwerb eines formalen Berufsabschlusses maßgeblich für eine erfolgreiche Arbeitsmarktintegration ist“, erläutert IAB-Forscher Alexander Patzina.

Berufswahlentscheidung überdenken

Unterbrechende verdienen hingegen ähnlich viel wie Auszubildende, die ihren Abschluss ohne Unterbrechungen erwerben: „Vorzeitige Vertragslösungen sind nicht per se mit Nachteilen verbunden. Sie bieten die Möglichkeit, die ursprüngliche Berufswahlentscheidung zu überdenken und sich beruflich neu zu orientieren und damit auch Erwerbskarrieren neu auszurichten“, erklärt IAB-Forscherin Gabriele Wydra-Somaggio.

Kürzer beschäftigt

Darüber hinaus seien Abbrechende oft kürzer beschäftigt als Unterbrechende und Arbeitnehmer, die ihren Abschluss ohne Unterbrechungen erworben haben. „Gezielte Beratungsangebote in Schulen können dabei unterstützen, die Passung von Ausbildungen und Auszubildenden zu erhöhen. Der Fokus ist auf Maßnahmen zu legen, die einen Ausbildungsabbruch verhindern, indem sie beispielsweise Ausbildungsalternativen aufzeigen, die zu einem erfolgreichen Abschluss führen können“, unterstreicht Wydra-Somaggio. Auszubildende, deren Vertrag gelöst werde, absolvierten die Ausbildung eher in kleinen Betrieben und in Betrieben, die ihre Auszubildenden seltener nach der Ausbildung weiterbeschäftigen sowie sich weniger im Bereich der Berufsausbildung engagieren.

Ohne Abschluss

Insgesamt wurde jeder fünfte der zwischen 1999 und 2002 geschlossenen Ausbildungsverträge vorzeitig gelöst. Nach der vorzeitigen Vertragslösung begannen laut IAB vier Prozent aller Auszubildenden eine neue Ausbildung und schlossen diese erfolgreich ab. 15 Prozent dagegen verließen das Ausbildungssystem bis 2018 ohne formalen Berufsabschluss. (WLI)

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