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iGZ bei Anhörung des NRW-Landtags zu Zeitarbeit in der Pflege
23.09.2020

„Auf Zeitarbeit können wir nicht verzichten!“

„Auf Zeitarbeit können wir nicht verzichten!“ In diesem Punkt waren sich alle Sachverständigen in der Anhörung "Unsere Patientinnen und Patienten und unsere Pflegekräfte sind es wert - Eindämmung der Leiharbeit im Gesundheits- und Pflegebereich in Nordrhein-Westfalen!" des NRW-Landtags einig. Antragssteller war die SPD-Fraktion, bestehend aus Thomas Kutschaty, Sarah Philipp, Lisa-Kristin Kapteinat, Josef Neumann und Angela Lück. „Der Markt ist leer, wir haben Vollbeschäftigung“, erklärte Uwe Hildebrandt von der Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege NRW. Matthias Blum, Krankenhausgesellschaft NRW, ergänzte: „Wir können deshalb auch keine Pools bilden.“

Christian Baumann, iGZ-Bundesvorsitzender und Werner Stolz, iGZ-Hauptgeschäftsführer, nahmen an der Anhörung des NRW-Landtags zur Zeitarbeit in der Pflege teil.
Christian Baumann, iGZ-Bundesvorsitzender und Werner Stolz, iGZ-Hauptgeschäftsführer, nahmen an der Anhörung des NRW-Landtags zur Zeitarbeit in der Pflege teil.

Für den iGZ-Bundesvorsitzenden Christian Baumann, der als Sachverständiger neben Hauptgeschäftsführer Werner Stolz den iGZ vertrat, ist vor allem Qualität und Transparenz in der Pflege wichtig. Wie diese und mit wem diese erreicht werden kann, muss flexibel erarbeitet werden. Für den Deutschen Berufsverband der Pflege ist die Arbeitnehmerüberlassung unverzichtbar. Laut Sonia Wolf, selbst Leiterin einer Pflegestation, arbeiten die Zeitarbeitskräfte „gut in den Teams“ und für Martina Waldeyer, Pflegedirektorin aus Bünde, bringen die Arbeitskräfte der Personaldienstleister oft „einen neuen Blick auf die Arbeitsabläufe mit, die durchaus zu Innovationen führen könnten“.

Verbot ist keine Lösung

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), die seit kurzem den ersten Flächentarifvertrag für die Pflege mit der Bundesvereinigung der Arbeitgeber in der Pflegebranche (BVAP) ausgehandelt hat, hält ein Verbot, wie es von Berliner Kreisen gefordert wird, für „keine Lösung“. ver.di wünscht sich Reglementierung, aber: „Das mit der Berliner Bundesratsinitiative verfolgte Verbot der Leiharbeit würde aus unserer Sicht jedoch nur an einem Symptom und den Folgen der prekären Arbeitsbedingungen in der Pflege und nicht an deren Ursachen ansetzen.“

Anteil unter zwei Prozent

Dem konnten sich Christian Baumann und Werner Stolz nur anschließen. „Es wird sich auch immer nur ein kleiner Teil der Mitarbeiter entscheiden, in die Zeitarbeit zu gehen“, betonte Baumann. Zurzeit beträgt der Anteil der Zeitarbeit in der Pflege weniger als zwei Prozent. (AR)

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