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WiWo sprach mit Betriebsratsvorsitzender
02.01.2019

AÜG-Reform: "Ein schlechter Tausch"

Die Auswirkungen der Reform des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG) thematisierte jetzt die Wirtschaftswoche (WiWo) in einem Interview. „Das Zeitarbeit-Gesetz hat Bedingungen verschlechtert“, lautet das Fazit von Damienne Cellier, Vorsitzende des Betriebsrats des Zeitarbeitsunternehmens Randstad, die sich mit WiWo-Redakteur Harald Schumacher unterhielt.

Die Uhr tickt bei jedem Einsatz: Nach 18 Monaten ist Schluss, denn dann greift die Überlassungshöchstdauer.
Die Uhr tickt bei jedem Einsatz: Nach 18 Monaten ist Schluss, denn dann greift die Überlassungshöchstdauer.

In dem WiWo-Gespräch erläutert sie unter anderem das Ergebnis einer Unterschriftensammlung, die für eine Petition des Randstad-Betriebsrates initiiert wurde. Ziel war es, dass sich damit der Bundestag erneut mit dieser Regelung auseinandersetzt. Dazu hätten innerhalb von vier Wochen 50.000 Unterschriften gesammelt werden müssen – am Ende waren es weniger.

Befristete Verträge

Cellier schilderte die Problematik, Zeitarbeitnehmer zu mobilisieren: Zeitarbeit sei eben keine langfristige Form der Beschäftigung. Außerdem sei vielen Mitarbeitern die Gesetzeswirkung auf ihren Job erst einmal gar nicht bewusst, bis es dann zu spät sei. Die Überlassungshöchstdauer von 18 Monaten etwa schade viel mehr Zeitarbeitnehmern als sie anderen nutze: Über die Hälfte der Zeitarbeitnehmer, die nach dieser Zeit von den Kundenunternehmen übernommen werden, erhalten laut Betriebsratsvorsitzender nur befristete Verträge. „Und dafür“, so Cellier, „haben sie bei den Zeitarbeitsunternehmen unbefristete Arbeitsverhältnisse aufgegeben.“ Das sei ein schlechter Tausch. Der Betriebsrat bekomme hauptsächlich negative Rückmeldungen von den Kollegen.

Einbrüche

Mit der AÜG-Reform wurde auch die gleiche Bezahlung nach neun Monaten eingeführt – über Tarifverträge könne davon abgewichen werden. Wegen der Überlassungshöchstdauer sei es mit dem Mehrverdienst allerdings nach 18 Monaten vorbei. Bei Nichtübernahme bedeute das außerdem, dass ein Zeitarbeitnehmer nach Ablauf der 18-Monatsfrist in einem anderen Kundenunternehmen bei einem neuen Einsatz finanziell wieder mit dem Eingangslohn bezahlt werde. „Wenn das eine schlechter bezahlende Branche ist, etwa Logistik, dann sogar weit unten. Das kann regelrechte Einbrüche im Haushaltseinkommen bedeuten“, verdeutlichte Cellier die Auswirkungen der AÜG-Reform auf die Zeitarbeitnehmer. (WLI)

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