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Steter Tropfen höhlt den Stein

Vielleicht haben Sie ja die Reportage „Die dunkle Seite der Zeitarbeit“ bei ZDF Zoom am Mittwoch abend gesehen? Zugegeben: Der Titel war zu erwarten. Auch, wenn  in den Vorgesprächen und auch beim Interview immer von einer ausgewogenen Sendung die Rede war. Und natürlich war es eine Abwägung ob ich mich melden und ins Rampenlicht stellen sollte , als ich den Aufruf in den sozialen Medien las, wo die Redaktion von ZDF Zoom nach Zeitarbeits-Beispielen suchte,. Aber mal ehrlich: Wenn wir uns als gut arbeitende Zeitarbeitsunternehmen nicht mehr in die Öffentlichkeit trauen, weil wir Angst haben als Feigenblatt benutzt oder negativ dargestellt zu werden – wer soll denn dann noch für den Ruf unserer Branche streiten?

Und natürlich hatte ich auf die Aussagen des Senders vertraut und auf einen ausgewogeneren Beitrag gehofft. Ja, ich hatte gedacht, dass von dem ganzen Drehtag, den vielen Interviews, Gesprächen und Informationen mit mir, meinen Mitarbeitern und meinem Kunden etwas mehr gezeigt worden wäre. Aber die Realität ist: Zuviel Ausgewogenheit passt nicht in das Konzept einer Sendung, die von den Einschaltquoten lebt, die eben nur bei gezeigten Skandalen gut ist, speziell wenn es um das Thema Zeitarbeit geht.

Und trotzdem bin ich davon überzeugt, dass es richtig war. Ich bin um eine Erfahrung reicher und würde es wieder tun. Denn jetzt bleibt – wenigstens ! – hängen, dass es auch andere Zeitarbeitsunternehmen gibt und dass zumindest ich der Meinung bin, dass ich mit dem Geschäftsmodell des verantwortungsvollen Umgangs mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht alleine bin. Natürlich wäre es schön gewesen, wenn auch die anderen positiven Aspekte die Zuschauer erreicht hätten: dass wir als Verband einen Ethik-Kodex haben, dass bei uns schwarze Schafe keine Chance haben, weil wir sie aus dem iGZ ausschließen, dass Zeitarbeit für ganz viele Menschen die einzige Chance auf Einstieg in Arbeit ist, dass zwei Drittel aller Mitarbeiter zuvor ohne Job waren, dass wir uns um die Menschen kümmern, die Hilfe bei der Bewältigung und Stabilisierung ihres (Arbeits-)Lebens benötigen, dass ganz viele Menschen bewusst und freiwillig bei uns arbeiten und so weiter. Das alles kam bei den Interviews nämlich zu Sprache, wurde nur leider nicht gezeigt.

Aber ich bin weiter davon überzeugt: Steter Tropfen höhlt den Stein. Deswegen werde ich auch weiterhin intensiv für meine Überzeugung eintreten, dass Zeitarbeit eine gute Wahl ist.

https://www.zdf.de/dokumentation/zdfzoom

Über die Autorin:

Manuela Schwarz ist Beisitzerin im Bundesvorstand des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) und dort für die Bereiche Kommunikation/Marketing zuständig.