IG Metall-Warnungen sind „Panikmache“

Schließlich müssten Unternehmer, die Zeitarbeiter beschäftigen, zusätzlich zu den Lohnkosten auch noch die Leistungen des Zeitarbeitsunternehmens bezahlen. Equal Pay würde Zeitarbeit so teuer machen, dass sie als Flexibilitätsinstrument nicht mehr in Frage käme, sondern nur noch für extreme Notlagen, betonte der Arbeitsmarktexperte.

Unverantwortliche Panikmache

Auch halte er es für „unverantwortliche Panikmache“, dass die IG Metall warne, junge Zeitarbeiter könnten wegen ihrer geringen Löhne nicht für ihre Altersabsicherung vorsorgen. „Allein wegen der demographischen Veränderungen haben die jungen Menschen heute Perspektiven wie selten in den letzten 30 Jahren“, stellte Schneider klar. Solche Aussagen wie die der IG Metall würden junge Leute lediglich entmutigen.

„Kurzsichtig und Dumm“

Auch hält er nichts davon, negative Auswüchse in der Zeitarbeit zu pauschalisieren. Vielmehr sollte man nüchtern analysieren, in welchem Verhältnis die Auswüchse zum Nutzen der Zeitarbeit stünden. Es sei kurzsichtig und dumm, lediglich auf die Verwerfungen zu schauen, ohne zu verstehen, dass damit auch die Vorteile ausgemerzt würden. Schließlich seien in Deutschland in den vergangenen sechs Jahren vier Millionen Jobs geschaffen worden, „vielleicht auch wegen der Zeitarbeit“.

Alternative Formen der Flexibilität

Der Anstieg der Zeitarbeit sei dadurch zu erklären, dass durch die Hartz-Reform der Kündigungsschutz massiv gestärkt worden sei. Der Bedarf an alternativen Formen der Flexibilität sei gestiegen. Würde die Zeitarbeit nun eingedämmt, würde der Kündigungsschutz wieder gestärkt. Das hätte laut Schneider aber nicht zur Folge, dass Zeitarbeiter von Kundenunternehmen übernommen würden. Vielmehr würden Zeitarbeiter ihre Stelle verlieren und die Unternehmen wären bei Neueinstellungen wohl noch zurückhaltender. (ML) (ZDF heute.de, 03.04.'12)