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Google for Jobs

Wie Google das Recruiting revolutioniert und Sie davon profitieren

Längst sind Stellenbörsen nicht mehr der einzige Online-Kanal, über den potenzielle Bewerber auf potenzielle Arbeitgeber aufmerksam werden. Für immer mehr Menschen ist Google auch bei der Jobsuche die erste Wahl. Denn für viele ist ein Leben ohne Google mittlerweile nicht mehr vorstellbar.

Was ist Google for Jobs?

Und so startete am 22. Mai auch in Deutschland Google for Jobs. Bei dem Dienst, der zuvor schon in über 120 Ländern verfügbar war, handelt es sich entgegen landläufiger Meinungen weder um eine neue Stellenbörse noch um ein neues Google Produkt. Google for Jobs ist im Grunde nichts anderes als ein aufbereitetes Suchergebnis. Konkreter: Eine Übersicht der aus Jobbörsen und den Karriere-Websites der Unternehmen zusammengestellten Stellenausschreibungen, die auf der Startseite von Google erscheint.

Eine Stellenausschreibung selber aktiv hochzuladen, ist bei Google for Jobs ebenso wenig möglich, wie jemanden anzurufen, um Ihre Stellenanzeige durchzugeben, so wie Sie es von klassischen Stellenbörsen vielleicht gewöhnt sind. Streng genommen gibt es das „Produkt“ Google for Jobs nicht einmal. Auf der dazugehörigen Microsite, auf der die Jobsuche vorgestellt wird, ist nur die Rede von „Job Search on Google“, niemals von „Google for Jobs“.

Die Jobs innerhalb des blauen Kastens werden demjenigen angezeigt, der aktiv auf Jobsuche ist, also bspw. „Jobs Marketing“ eingibt. Oder aber wenn Google meint, dass im Kontext der Abfrage oder des Suchverhaltens durchaus auch Stellenangebote passen könnten. Was, nebenbei betrachtet, ein weiterer Vorteil von Google Jobs ist: Es werden auch diejenigen erreicht, die gar nicht aktiv auf Jobsuche aber durchaus wechselbereit sind!

Status quo: Chancen nur zögerlich genutzt

Mittlerweile ist Google for Jobs in Deutschland seit drei Monaten verfügbar und bietet Unternehmen eine nie da gewesene Reichweite in Kombination mit einer verbesserten Conversion (Auswertungen zeigen, dass der Anteil an Bewerbungseingängen im Durchschnitt etwa zweimal so hoch ist, wie über andere Kanäle). Für Unternehmen, die gerne den Fachkräftemangel beklagen, eine echte Chance. Und man sollte meinen, dass sie gerne genutzt wird. Schließlich war es für Arbeitgeber noch nie zuvor so einfach, mit wenigen Mausklicks so viel Aufmerksamkeit und damit Bewerbungen zu erzielen. Und nie war es für Bewerber leichter, gebündelt Zugang zu einer Fülle an Jobangeboten – zugeschnitten auf ihre Suchanfragen – zu gelangen. Google macht es für beide Parteien so einfach wie eine Bestellung bei Amazon. Eigentlich sollten doch nun alle in Jubelrufe ausbrechen, oder?

Nun, schaut man sich an, wie es um den Status quo von Google for Jobs aussieht, so zeigt sich, dass da noch verdammt viel Luft nach oben ist: So zeigte etwa eine Untersuchung des Autors, dass nicht einmal die Hälfte der DAX30-Unternehmen „fit for Google“ ist. Auch beim Mittelstand sieht es nicht besser aus. Nicht einmal 1 Prozent von 500 untersuchten Unternehmen setzt auf den „Job-Reichweitenbeschleuniger“.

Des einen Freud, des anderen Leid?

Während Unternehmen also seit Monaten tatenlos Chancen verstreichen lassen, profitieren viele Jobbörsen vom zusätzlichen Traffic, den Google for Jobs ihnen auf die Website spült. So konnte etwa XING die Reichweite deutlich verbessern. Aber auch andere Marktteilnehmer verzeichnen positive Auswirkungen. Andere hingegen gehen auf die Barrikaden, fühlen sich von Google benachteiligt und legen Beschwerde bei der EU-Kommission ein [https://www.openinternetproject.net/news/113-open-letter-call-of-e-recruitment-services-for-intervention-against-google-s-favouring-of-google-for-jobs]. Dabei ist es gar nicht Googles Ansinnen, den Jobbörsen-Markt zu torpedieren, im Gegenteil. Es ist ein Deal, von dem beide Seiten profitieren: Google von den Jobbörsen und diese vom zusätzlichen Traffic. Jeder sei herzlich eingeladen, an der Job-Party teilzunehmen, heißt es bei Google.

Google fit werden

Während also Jobbörsen fürchten, von Google überrollt zu werden, sollten Unternehmen die Gelegenheit beim Schopfe packen und voll auf die Vorteile setzen, die Google ihnen bietet. Erforderlich ist lediglich die Bereitschaft, ein wenig in die Infrastruktur der Website zu investieren und die Jobs Google-fit zu machen. Das bedeutet nicht nur einen großen Kostenvorteil gegenüber herkömmlicher Stellenschaltung. Es bedeutet auch deutlich mehr Transparenz! Denn dank Google Analytics haben Sie jederzeit im Blick, woher die Bewerber kamen und wie die Conversion im Vergleich zu anderen Quellen ist. Sicher: Sie müssen sich schon ein wenig mit dem Thema auseinandersetzen und in Ressourcen investieren. Außerdem sollten Sie Ihre Stellenanzeigen optimieren. Dann profitieren Sie gleich doppelt: Von mehr Sichtbarkeit und dank optimierter Darstellung auch von den passende(re)n Kandidaten.

Veränderte Jobsuche

Fazit: Auch wenn viele es nicht wahrhaben wollen und Google for Jobs schlicht als überbewertet sehen, wird Google for Jobs die Jobsuche oder wie wir nach Jobs suchen, radikal verändern. So wie Google und andere digitale Gadgets unser Nutzerverhalten in vielen anderen Punkten ebenso radikal verändert haben. Unternehmen bietet Google for Jobs gute Möglichkeiten für Reichweite zu sorgen. Und zwar unabhängig von Größe, Branche und Berufsbild. Quasi gleiches Recht für alle – unabhängig vom Budget, denn die Nutzung von Google for Jobs ist im Grunde (s. o.) kostenlos. Bewerber und Unternehmen best- und schnellstmöglich zusammenzubringen, das ist Googles Anspruch. Sie haben es in der Hand, ob Sie mit Ihren Stellenausschreibungen für mehr Transparenz am Arbeitsmarkt sorgen wollen, oder nicht. Das gilt nicht nur für die Reichweite Ihrer Stellenanzeigen, sondern auch für deren Inhalt.

Mehr Infos: „Google for Jobs“ von Henner Knabenreich [https://amzn.to/2Li34pW], in vielen meiner Blogartikel [https://personalmarketing2null.de/kategorie/google-for-jobs/] oder auch auf Googles Entwicklerwebsite [https://developers.google.com/search/docs/data-types/job-posting].

Über den Autor:

Henner Knabenreich ist Geschäftsführer der knabenreich consult GmbH und meinungsführender HR-Blogger und -Influencer. Bereits seit 2003 beschäftigt er sich mit dem E-Recruiting deutscher Arbeitgeber. Mit seiner auf digitales Personalmarketing spezialisierten Beratung sorgt er als Arbeitgebermarkenauftrittsoptimierer mit einer pragmatischen und freigeistigen Herangehensweise dafür, dass die richtigen Bewerber und Arbeitgeber zueinander finden. Er ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen zum Thema Personalmarketing und schreibt in seinem mit dem HR Excellence Award ausgezeichneten Blog personalmarketing2null und in seiner Kolumne auf haufe.de seit vielen Jahren über Personalmarketing, Employer Branding und Recruiting.