Gleichbezahlung nach drei Monaten gefordert

Straubinger fordert eine bessere Bezahlung von Zeitarbeitskräften, die nach drei Monaten den gleichen Lohn wie die Stammbelegschaft erhalten müssten. Die Linke hingegen verlangt in ihrem Antrag ein Verbot der Zeitarbeit und deren Umwandlung in reguläre Beschäftigung. Die Fraktion kritisiert, Zeitarbeitnehmer seien „Beschäftigte zweiter Klasse“. Sie fordert die Bundesregierung auf, einen Gesetzentwurf vorzulegen, der Leiharbeit untersagt.

Nützliches Instrument

Im Interview betonte Straubinger, ein solches Verbot lehne er ab, das mache keinen Sinn. Zeitarbeit sei ein nützliches Instrument, um in Firmen Auftragsspitzen zu bewältigen: „Die Wirtschaft und damit auch der Arbeitsmarkt sind ständig in Bewegung, und dieses Auf und Ab vermag die Zeitarbeit abzufedern. Für solche Beschäftigte erweist sich Zeitarbeit oft auch als Brücke in den ersten Arbeitsmarkt, und das kommt nicht zuletzt Langzeiterwerbslosen zugute.“

Gleicher Lohn

Straubinger: „Die CSU fordert jedenfalls, dass Zeitarbeitnehmer nach drei Monaten den gleichen Lohn erhalten müssen wie Stammbeschäftigte. In erster Linie sind die Tarifparteien gefordert, für dieses Problem eine Lösung zu finden. Die Politik erwartet von Arbeitgebern und Gewerkschaften bis zum kommenden Frühjahr entsprechende Konzepte.“

Mindestlohn

Seiner Meinung nach bekomme man über den Mindestlohn nur die übelsten Auswüchse in den Griff, wobei dieser Schritt in seiner Tragweite keineswegs zu unterschätzen sei. Entscheidend aber sei, „dass in Tarifverträgen für Zeitkräfte höhere Gehälter bis hin zum Equal Pay vereinbart werden, der gleichen Bezahlung wie Stammbelegschaften“.

Sache der Tarifparteien

Zum Versuch der IG Metall, bei Tarifverhandlungen für die Beschäftigung von Zeitarbeitskräften in den Betrieben Obergrenzen durchzusetzen, erklärte der CSU-Politiker, das könne durchaus ein sinnvoller Weg sein. „Aber es ist nicht Sache der Politik, sondern der Tarifparteien, Höchstquoten für Zeitarbeiter in bestimmten Firmen zu beschließen oder zu vereinbaren, dass solche Kräfte nur mit Zustimmung von Betriebsräten beschäftigt werden können. Man sollte einen solchen Kurs jedoch politisch positiv begleiten.“ (WLI) (Deutscher Bundestag, 05.03.´12)