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Insgesamt waren 54 Prozent der 2015 nach Deutschland Geflüchteten 2021 erwerbstätig. Das zeigt jetzt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Ihre Erwerbstätigkeit ist gegenüber dem Pandemiejahr 2020 um zehn Prozent gestiegen.

Erwerbstätigkeit Geflüchteter kontinuierlich gestiegen

Zeitarbeit spielt eine der wichtigsten Rollen, wenn es um die Integration Geflüchteter in den Arbeitsmarkt – und damit auch in die Gesellschaft – geht: 35 Prozent aller beschäftigten Geflüchteten haben in der Personaldienstleistungsbranche mit ihrer Erwerbstätigkeit eine berufliche Heimat gefunden.

54 Prozent erwerbstätig

Insgesamt waren 54 Prozent der 2015 nach Deutschland Geflüchteten 2021 erwerbstätig. Das zeigt  jetzt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Ihre Erwerbstätigkeit ist gegenüber dem Pandemiejahr 2020 um zehn Prozent gestiegen.

Bildungsniveau gestiegen

Neben der Erwerbstätigkeit steigt laut IAB-Pressemitteilung auch das Bildungsniveau, und immer mehr Geflüchtete üben eine qualifizierte Berufstätigkeit aus: 33 Prozent der erwachsenen Geflüchteten haben sechs Jahre nach ihrer Ankunft in Deutschland Schulen und Hochschulen besucht oder haben Ausbildungen und Weiterbildungsmaßnahmen absolviert. 70 Prozent der erwerbstätigen Geflüchteten üben eine qualifizierte Tätigkeit, für die ein Berufs- oder Studienabschluss notwendig ist, aus. Allerdings sind unter denjenigen, die sich seit sechs Jahren in Deutschland aufhalten, immer noch 41 Prozent unterhalb ihres Tätigkeitsniveaus vor dem Zuzug beschäftigt, zwölf Prozent oberhalb.

Höheres Bruttogehalt

65 Prozent der erwerbstätigen Geflüchteten, die seit sechs Jahren in Deutschland sind, arbeiten, so das IAB, in Vollzeit, während es im Durchschnitt aller Erwerbstätigen in Deutschland 62 Prozent seien. Das mittlere Bruttomonatsentgelt der vollzeiterwerbstätigen Geflüchteten stieg von 1.660 Euro in den ersten beiden Jahren nach Ankunft auf 2.037 Euro im sechsten Jahr. „Geflüchtete haben zum einen die Wochenarbeitszeit erhöht, und zum anderen können sie einen höheren Stundenverdienst erzielen. Allerdings verdienen Geflüchtete nach wie vor deutlich weniger pro Stunde als der Durchschnitt der Beschäftigten“, erklärt Herbert Brücker, Leiter des IAB-Forschungsbereichs „Migration, Integration und internationale Arbeitsmarktforschung“.

Geringes Durchschnittsalter

Die mittleren Bruttomonatsverdienste von vollzeiterwerbstätigen Geflüchteten liegen sechs Jahre nach der Ankunft bei 60 Prozent der mittleren Bruttomonatsverdienste von Vollzeiterwerbstätigen in Deutschland. Dabei spiele das geringe Durchschnittsalter der Geflüchteten eine Rolle. Die 18- bis 25-jährigen Geflüchteten erreichten demnach 74 Prozent der mittleren Verdienste ihrer Altersgruppe im Bevölkerungsdurchschnitt.

Geschlechter-Gefälle

Zwischen den Geschlechtern zeichne sich immer noch ein erhebliches Gefälle ab. Während 67 Prozent der männlichen Geflüchteten sechs Jahren nach der Ankunft erwerbstätig seien, seien es bei Frauen 23 Prozent. Hier spiele die Betreuung von Kindern, aber auch Bildung und Berufserfahrung im Herkunftsland und die Teilnahme an Sprach- und Arbeitsmarktprogrammen in Deutschland eine Rolle. Acht Jahre nach Zuzug steige die Erwerbstätigkeitsquote von Frauen allerdings auf 39 Prozent.

Erhebliche Fortschritte

„Sechs Jahre nach der Ankunft in Deutschland zeichnen sich in allen Dimensionen der Arbeitsmarktintegration erhebliche Fortschritte ab“, berichtet Yuliya Kosyakova, Leiterin des IAB-Forschungsbereichs „Migration, Integration und internationale Arbeitsmarktforschung“. Allerdings gebe es weiterhin dringenden Handlungsbedarf, insbesondere was die Förderung der Arbeitsmarktintegration von geflüchteten Frauen angehe.

27.07.2023

IAB-Studie Beschäftigung Geflüchteter 2021

Über den Autor

Wolfram Linke

Wolfram Linke ist seit Juni 2008 Pressesprecher des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen. Davor arbeitete er 18 Jahre lang als Redakteur bei einer Tageszeitung, bildete regelmäßig Volontäre aus, führte Praktikanten in die Welt des Journalismus ein und hielt zahlreiche Fachvorträge zum Thema Medien. Linke ist außerdem zertifizierter Online-Redakteur, Certified Microsoft Technology Associate (Windows und Netzwerke) und hat mehrere weitere Microsoft- sowie Adobe-Zertifikate. Seit März 2014 ist er Vorsitzender des Pressevereins Münster-Münsterland.


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