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Kleine Anfrage - große Wirkung: Die ewig gleiche linke Leier

In ihrem ewigen Bemühen, regelmäßig dieselbe Propaganda-Sau durchs Dorf zu jagen, hat die Partei die Linke – wie jedes Jahr im Sommer – wieder einmal ihre Kleine Anfrage zur Zeitarbeit an die Bundesregierung gerichtet. Zahl der Zeitarbeitnehmer, Verdiensthöhe und durchschnittliche Beschäftigungsdauer wurden einmal mehr thematisiert und von der Bundesregierung beantwortet.

Wie inzwischen ebenfalls üblich, nutzt die Fraktion das Zahlenwerk zur Diskreditierung der Zeitarbeitsbranche. Und dabei ist die halbe Wahrheit stets willkommen: 40 Prozent mehr Zeitarbeitskräfte (seit 2008) wird in den Medien als große Katastrophe geschildert. Der Anstieg der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von rund 26 auf 37 Millionen in dieser Zeit ist dabei leider ausgeblendet, obwohl es eigentlich in der Natur der Sache liegt, dass die Zeitarbeit mit allen Branchen mitwächst.

Herhalten musste zudem der durchschnittliche Bruttoverdienst. Trotz des Hinweises der Bundesregierung auf die spezielle Mitarbeiterstruktur in der Zeitarbeit ignoriert MdB Susanne Ferschl (Die Linke) die Tatsache, dass rund die Hälfte der Zeitarbeitnehmer ungelernte Hilfskräfte sind. Auf dem Gesamtarbeitsmarkt liegt der Anteil von Helfertätigkeiten bei weit unter 20 Prozent. Vollkommen außer Acht gelassen werden bei den Linken zudem Instrumente wie Branchenzuschläge, von denen rund 60 Prozent der Zeitarbeitnehmer profitieren – und das bereits nach sechs Wochen Tätigkeit.

„Leiharbeit ist auch keine Brücke in den 1. Arbeitsmarkt. Gerade einmal 33 Prozent der Leiharbeiter finden 90 Tage nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, mehr als jeder dritte (40 Prozent) bleibt arbeitslos“, meint Ferschl. Aha. 35 Prozent der Zeitarbeitnehmer werden vom Kundenunternehmen übernommen, und rund 30 Prozent finden einen Job bei einem anderen Arbeitgeber. Davon abgesehen ist Zeitarbeit keine Brücke in den ersten Arbeitsmarkt, denn Zeitarbeit ist Bestandteil dessen: 90 Prozent der Zeitarbeitsbeschäftigten arbeiten Vollzeit und haben einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Außerdem ist die Branche zu rund 99 Prozent tariflich abgedeckt, das schaffen Gewerkschaften und Arbeitgeber in keinem anderen Wirtschaftszweig.

Und andersherum: 65 Prozent der Zeitarbeitnehmer kommen aus der Beschäftigungslosigkeit, 16 Prozent waren vorher sogar langzeitarbeitslos. „Leiharbeiter sind Beschäftigte zweiter Klasse und zurecht kann von moderner Sklaverei gesprochen werden“, wettert die Linke. Solcherlei Aussagen diskriminieren und beleidigen Arbeitnehmer wie Arbeitgeber gleichermaßen.  Das ist kein Wahlkampf mehr, sondern billigste Polemik. „Zeitarbeit verbieten“ hat sich diese Partei auf die roten Fahnen geschrieben – genau, dann den Rest verstaatlichen, und das nennt man dann Sozialismus. Wo das hinführt, steht in den Geschichtsbüchern.

Wolfram Linke, iGZ-Pressesprecher

 

Über den Autor

Wolfram Linke ist seit Juni 2008 Pressesprecher des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen. Davor arbeitete er 18 Jahre lang als Redakteur bei einer Tageszeitung, bildete regelmäßig Volontäre aus, führte Praktikanten in die Welt des Journalismus ein und hielt zahlreiche Fachvorträge zum Thema Medien. Linke ist außerdem Certified Microsoft Technology Associate (Windows und Netzwerke) und hat mehrere weitere Microsoft- sowie Adobe-Zertifikate. Seit März 2014 ist er Vorsitzender des Pressevereins Münster – Münsterland.