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Menschen umarmen sich und sind gesellig hinter einem Fenster.

Blick durch neue Fenster 

Verfasst von Jens Große Der Blick aus dem Bürofenster kann durchaus vielsagend sein: In den zurückliegenden drei Jahren habe ich in Berlin-Kreuzberg in einen Hinterhof geschaut – klischeehafter hätte er, also der Blick, nicht sein können. Aber auch irgendwie schön: Im Innenhof war immer Trubel; rund 500 Studierende aus der ganzen Welt waren zu Gast an der Hochschule Macromedia, an der ich als Campusdirektor tätig war. Vor allem kreative Studiengänge hat die Hochschule an der Spree zur Entfaltung gebracht: Internationales Fashion-Design und einen Schauspielstudiengang in englischer Sprache, der ganz besonders junge, talentierte Menschen anzog. Und die sieht man dann aus dem Bürofenster. 

Der Blick aus dem Bürofenster kann durchaus vielsagend sein: In den zurückliegenden drei Jahren habe ich in Berlin-Kreuzberg in einen Hinterhof geschaut – klischeehafter hätte er, also der Blick, nicht sein können. Aber auch irgendwie schön: Im Innenhof war immer Trubel; rund 500 Studierende aus der ganzen Welt waren zu Gast an der Hochschule Macromedia, an der ich als Campusdirektor tätig war. Vor allem kreative Studiengänge hat die Hochschule an der Spree zur Entfaltung gebracht: Internationales Fashion-Design und einen Schauspielstudiengang in englischer Sprache, der ganz besonders junge, talentierte Menschen anzog. Und die sieht man dann aus dem Bürofenster. 

Zielstrebige Studenten 

Davor vier Jahre als Leiter der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) – mit Blick auf die ehemalige Bahlsen-Keks-Fabrik in Hannover. Auch schön, selbst wenn der süße Keks-Produktions-Duft schon lange nicht mehr in der Luft lag. Hannover hatte seinen Charme – aber eben anders als Berlin. Hier tummelten sich viele angehende Absolventen eines „trialen Studiums“, die in einem Bildungsgang ein Handwerk lernten, die Meisterprüfung ablegten und einen BWL-Handwerks-Bachelor-Studiengang absolvierten. Mehr geht nicht. Meistens ausgesprochen zielstrebige Studierende, die in absehbarer Zukunft den mittelständischen, elterlichen Betrieb übernehmen wollten. 

Akademische Gründungsjahre 

Davor sechs Jahre Kölner City mit Blick auf den Dom. Auch hier arbeitete ich auf dem Campus der Fachhochschule. Und etablierte fleißig Bachelor-Studiengänge, zum Beispiel Marketingmanagement, und Medienstudiengänge, wie etwa Medienkommunikation und Journalismus. Dabei waren die Kölner Jahre akademische Gründungs-Jahre: Mit 25 Studierenden ging es los. Als ich ging, waren es 450. 

Kollegiale Wegweiser 

Und nun: Herzlich Willkommen im PortAL 10 in Westfalen, mit Ausblick auf die Bahnschienen und den Hauptbahnhof Münsters! Vielleicht sind es gerade die ersten Tage in einem neuen beruflichen Umfeld, die nachdenklich werden lassen, da die beschriebenen Bilder wie von selbst im Kopf ablaufen: Der Hinterhof, die Keksfabrik, der Dom und nun das westfälische Gleisbett, das mir schon nach wenigen Tagen vertraut erscheint. So wie die vielen Begegnungen mit den Kolleginnen und Kollegen im Bildungs-Team, aber auch in der Geschäftsstelle insgesamt. Gefühlte und tatsächliche, kollegiale Wegweiser, die in der heutigen Zeit alles andere als selbstverständlich sind. 

Persönlicher Austausch 

Denn eines habe ich auf meiner beruflichen Reise erfahren: Die nahezu ausschließliche Kommunikation über digitale Kanäle und der Corona-Pandemie-Effekt haben in vielen Teamstrukturen zu deutlichen Haarrissen geführt, die sich in einigen Fällen zu erkennbaren Spaltbreiten entwickeln. So gesehen möchte ich die Weichen bei meiner neuen Tätigkeit für die Zeitarbeitsbranche anders stellen: Im permanenten, persönlichen Austausch mit den Team-Kollegen im Hauptamt und den Landesbeauftragten sowie Regionalkreisleitern im Ehrenamt des iGZ werde ich hier die Top-Themen der Aus- und Weiterbildung einer Branche weiterentwickeln. 

Professionalisierung der Branche 

Dabei steht nichts Geringeres auf dem Plan als der Ausbau der digitalen Bildungsangebote, des Dozenten-Pools und des bundesweiten Netzwerks im Bereich Fördergelder. Wir vermarkten einen hoch attraktiven Ausbildungsberuf zum Personaldienstleistungskaufmann (PDK) und tragen darüber hinaus auch durch die Schaffung eines BWL-Studienganges für Personaldienstleister an der Fernuniversität in Hagen zur Professionalisierung einer ganzen Branche bei. Verbandsseitig adressieren wir diese Herausforderungen sehr bewusst. Persönlich freue ich mich darauf, gemeinsam mit den neuen Kollegen und Funktionsträgern das Know-how in den Zeitarbeitsunternehmen zu stärken. Vielleicht fühle ich mich deshalb von Beginn an im PortAL auch so wohl – oder, um es mit dem Handbuch der PR zu sagen: „Nähe schafft Vertrautheit.“ Und ohne Handbuch, optisch formuliert: „Schienen können den Weg vorgeben.“ Ich sollte wohl in Münster ankommen.  

Ein Bild des Autors Jens Große.

Über den Autor 

Professor Dr. Jens Große ist ausgebildeter Redakteur. Nach einem Promotionsstudium an der Deutschen Sporthochschule Köln und Lehrtätigkeit als Hochschullehrer an der FHM in Bielefeld, wurde er im Jahr 2007 zum Professor für Journalismus und Unternehmenskommunikation an der Bielefelder Fachhochschule des Mittelstands (FHM) ernannt. Es folgten führende Positionen an den Standorten Köln und Hannover der FHM im Lehrbetrieb und in der pädagogischen Leitung sowie eine Anstellung als Campusdirektor in der Team- und Verwaltungsleitung an der Hochschule Macromedia Berlin. Seit dem 1. Oktober 2021 ist Professor Dr. Jens Große iGZ-Fachbereichsleiter Bildung und Personal/Qualifizierung beim iGZ e.V..