Arbeitslosigkeit wird leicht steigen

In der IAB-Pressemitteilung heißt es weiter: Die europäische Schuldenkrise überschattet die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Im ersten Halbjahr 2012 konnte sich das Wachstum des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) gegen den europäischen Trend noch behaupten. „Frühindikatoren lassen nun allerdings erwarten, dass die Konjunktur nachgibt. Auch der Arbeitsmarkt bleibt nicht unbeeindruckt von der Krise, zeigt sich aber insgesamt robust“, erklärt Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungsbereichs Prognosen und Strukturanalysen.

Europäische Schuldenkrise

„Im zweiten Halbjahr 2012 schwächt sich die deutsche Konjunktur unter dem Eindruck der europäischen Schuldenkrise stark ab, erholt sich aber in der Folge“, so Weber. Für die Jahre 2012 und 2013 rechnet das IAB mit BIP-Wachstumsraten von 0,6 und 0,8 Prozent. Für den Arbeitsmarkt erwarten die IAB-Forscher keine gravierenden Konsequenzen der konjunkturellen Durststrecke im zweiten Halbjahr 2012: „Das Halten von Arbeitskräften dürfte angesichts der positiven Erfahrungen eine häufig genutzte Strategie sein.“

Besserung am Arbeitsmarkt

Nach der konjunkturellen Erholung im Jahresverlauf 2013 sei dann auch wieder mit Verbesserungen am Arbeitsmarkt zu rechnen. Bei einer weiteren Verschärfung der Eurokrise müsste allerdings mit einer deutlichen Rezession gerechnet werden (BIP -0,4 Prozent). Dann könnte die Zahl der Arbeitslosen statt um 40.000 um 180.000 steigen. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten wird dem IAB zufolge 2013 mit 29,29 Millionen den höchsten Stand seit 1992 erreichen. Die Zahl der Erwerbstätigen nimmt 2012 um 480.000 Personen zu und 2013 noch einmal um 200.000 Personen auf dann 41,85 Millionen.

Starke Zuwanderung

Dabei spiele auch eine Rolle, dass derzeit so viele Personen wie nie zuvor dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, erläutern die IAB-Forscher: „Starke Zuwanderung hebt das Erwerbspersonenpotenzial im Jahr 2012 auf einen neuen Höchstwert von 45,18 Millionen. Im Jahr 2013 überwiegt aber wieder der negative demografische Effekt und das Arbeitsangebot sinkt leicht um 20.000 Personen.“

Die Studie steht im Anhang zum Download.