Bundesregierung antwortet auf Kleine Anfrage der Linken

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Zeitarbeit bietet Qualifizierungsmöglichkeiten

68 Prozent der neu eingestellten Zeitarbeitskräfte im Jahr 2015 kamen aus der Beschäftigungslosigkeit, schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort auf die Kleine Anfrage der Linken. Die Zeitarbeit biete besonders für Arbeitnehmer eine Chance, die an Arbeitsmarktnähe verloren haben, wird in der Antwort betont.

Die Linke fragte auch nach dem Bildungsniveau der Zeitarbeiter. Dabei wurde erneut deutlich, dass mit 22 Prozent überproportional viele Beschäftigte in der Zeitarbeit keinen Berufsabschluss haben. Entsprechend werden in der Zeitarbeitsbranche deutlich mehr Helfertätigkeiten ausgeübt (53 Prozent) als bei allen Beschäftigen insgesamt (15 Prozent). Im Vergleich zu allen Beschäftigten in der Gesamtwirtschaft ist der Akademikeranteil in der Zeitarbeit nur halb so hoch. Der Durchschnittslohn der Branche ist daher nicht mit dem aller Beschäftigten vergleichbar.

Weiterbildung in der Zeitarbeit

Auch die Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen für Zeitarbeitnehmer wurden erfragt. Laut Bundesregierung liegen dazu keine Kenntnisse vor. Allerdings untersuchte der Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) mit dem Mittelstandsbarometer (18. Welle) die Personalentwicklungsmaßnahmen der Zeitarbeitsunternehmen. Dort gaben 54,9 Prozent der Zeitarbeitsunternehmen an, systematische Personalentwicklung zu betreiben. Zielgruppe der systematischen Personalentwicklung sind vor allem Fachkräfte.

Mitarbeiterzufriedenheit

Drei Viertel der befragten Unternehmen verfolgen mit der Personalentwicklung die Förderung der Mitarbeiterzufriedenheit. Die Mitarbeiterbindung ist für jedes zweite Unternehmen ein Ziel. 86 Prozent der Unternehmen fördern die fachlichen Kompetenzen der Mitarbeiter. Auch soziale und personale Kompetenzen werden gestärkt. Weiterbildungen im Arbeitsschutz und die Verbesserung von Sprachkenntnissen spielen ebenfalls eine Rolle. (AA)