iGZ-Erfahrungsgruppe "Zukunft der Zeitarbeit"

Themenseite: Arbeitsmarktpolitik

Marcel Speker

  • Bundesgeschäftsstelle
  • Leiter Kommunikation/Arbeitsmarktpolitik

Clemens von Kleinsorgen

  • Bundesgeschäftsstelle
  • Referat Arbeitsmarktpolitik
  • Seminarleiter/in

Cristina Justus

  • Bundesgeschäftsstelle
  • Referat Arbeitsmarktpolitik

Wie sieht die Zukunft der Zeitarbeit aus?

Als 1978 die ersten Computer bei der Arbeit eingesetzt wurden, titelte der Spiegel: „Die Computer-Revolution – Fortschritt macht arbeitslos“. Fast 40 Jahre später stellt sich erneut die Frage: Werden Arbeitsplätze durch den technischen Fortschritt verloren gehen? Wenn ja, wie viele und welche? Die iGZ-Erfahrungsgruppe „Zukunft der Zeitarbeit“ hat sich deshalb bei ihrem jüngsten Treffen intensiv mit dem Thema „Digitalisierung“ in Bezug auf die Arbeitswelt auseinandergesetzt.

Cristina Justus, Markus Ley, Christian Renk, Volker Homburg, Dr. Oliver Stettes, Nicole Munk, Clemens von Kleinsorgen, Marcel Speker, Andreas Schmincke und Christina Koch (v.l.) engagieren sich in der iGZ-Gruppe. 

Es ging nicht nur um die Frage, was sich für den einzelnen Arbeitnehmer verändern werde, sondern auch um die Wandlungsfähigkeit der Unternehmen und die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Deutschland.

Weißbuch

Die Bundesregierung hat im Weißbuch „Arbeiten 4.0“ die Diskussion um den Veränderungsprozess der Arbeitswelt im digitalen Zeitalter zusammengefasst. Insgesamt werde es durch die Digitalisierung einen Wandel von Branchen und Tätigkeiten geben. Bereits heute lassen sich viele Veränderungen beobachten: Das Konsumverhalten verändere sich, der Online-Handel wache immer weiter.

Routinetätigkeiten

Fest stehe, dass es ein zeit- und ortsflexibles Arbeiten geben werde, weg von der Präsenzkultur. Auch lebenslanges Lernen parallel zum Beruf werde in Zukunft immer wichtiger. Doch die Frage, wie viele Jobs wegrationalisiert werden, könne (noch) nicht beantwortet werden. Wahrscheinlich werden Tätigkeiten mit einem hohen Routineanteil durch Maschinen ersetzt werden.

Digitales Recruiting

Andreas Schmincke, im iGZ-Bundesvorstand zuständig für dasThemenfeld „Digitalisierung“, erwartete, dass sich sowohl bei den Kundenunternehmen als auch bei den Bewerbern einiges ändern werde. Die Vermittlung von Personal könne in Zukunft automatisierter ablaufen. Das beschleunige unter Umständen die Prozesse, mache sie aber gleichzeitig auch weniger individuell.

Elektronischer Verkehr

Die Recruiting-Wege seien bereits jetzt stark durch die Digitalisierung beeinflusst: Die klassische Papier-Bewerbung verliere an Bedeutung, ebenso wie die Stellenanzeige in der Tageszeitung. Stattdessen würden Anzeigen auf Online-Börsen geschaltet und die Bewerbungen per E-Mail oder WhatsApp eingereicht.

Unterschiedliche Auswirkungen

Die Aspekte Technik, Organisation und Personal seien in unterschiedlichem Maß von der Industrie 4.0 betroffen, erklärte Dr. Marc-André Weber, Institut für angewandte Arbeitswissenschaft (ifaa), in der Erfahrungsgruppe. Er empfahl, die Beschäftigten von Anfang an in Planungs- und Umstellungsaktivitäten einzubeziehen. Bedarfsgerechte Qualifizierungsmaßnahmen müssten Mitarbeiter beim Anpassungsprozess unterstützen. Tanja Nackmayr, Geschäftsführerin Bildung bei den Unternehmern NRW, gab zu bedenken, dass es nicht „die eine“ Digitalisierung gebe. Branchen und Tätigkeiten seien von unterschiedlichen technischen Entwicklungen betroffen.

Automatisierung

Bezogen auf den Beruf des Kommissioniers bedeute Digitalisierung vor allem auch eins: Automatisierung. Zu diesem Schluss kam die Wissenschaftlerin Dr. Cordula Sczesny. Sie untersuchte in einer explorativen Studie, wie sich dieser Beruf durch die Digitalisierung verändert. Dabei stellte sie fest, dass die Veränderung fortlaufend passiere. Dieser Prozess werde sich auch weiterhin entwickeln und sich auf andere Berufe ausweiten.(AA)