Süddeutsche Zeitung berichtet über iGZ-Mitglied GeAT AG

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"Vorzeigeunternehmen" in der Flüchtlingsintegration

Als „Vorzeigeunternehmen“ bezeichnete die Süddeutsche Zeitung (SZ) das iGZ-Mitglied „GeAT Gesellschaft für Arbeitnehmerüberlassung Thüringen AG“ in einem Artikel über Flüchtlingsbeschäftigung in der Zeitarbeit. Und das aus gutem Grund: 1500 Mitarbeiter aus 36 Nationen beschäftigt die Zeitarbeitsfirma aktuell. Über 200 Mitarbeiter sind Flüchtlinge.

Vorzeigeunternehmen mit Willkommenskultur: Sayel Mukhtar Shah Safi, Helmut Meyer, Nadine Wöllner, Friederike Reiser, Medhonei Debesay Negash und Florian Meyer (v.l.) beim Kennenlerntreffen in der GeAT AG.

Sogar eine "Willkommenszentrale" habe Helmut Meyer eigens für die Geflüchteten eingerichtet: Mitarbeiter der Willkommenszentrale, so die SZ, gehen mit ihnen zu Behörden, suchen ihnen eine Bleibe zum Übernachten oder helfen, sich bei der Krankenkasse anzumelden. Das sei vorbildhaft für die Integration von Flüchtlingen.

Erfahrungen gesammelt

"Die wollen arbeiten und Geld verdienen", betonte Meyer im Gespräch mit der SZ. Er sei in seiner Branche aber keine Ausnahme. Jede vierte Zeitarbeitsfirma hat mittlerweile Erfahrungen mit Geflüchteten, und jeder fünfte Flüchtling findet über die Zeitarbeit den Weg auf den deutschen Arbeitsmarkt. Tendenz steigend: Immer mehr Flüchtlinge aus den acht zugangsstärksten Asylländern (Eritrea, Nigeria, Somalia, Afghanistan, Irak, Iran, Pakistan, Syrien) starten laut Süddeutscher Zeitung ihre berufliche Laufbahn in Deutschland als Zeitarbeitnehmer.

95 Prozent Zuwachs

Ende Dezember 2014 waren, so die Bundesagentur für Arbeit (BA), rund 5.800 Arbeitskräfte aus diesen Ländern als Zeitarbeitnehmer angestellt. Zwei Jahre später, im Dezember 2016, verzeichnete die BA bereits über 11.300 Flüchtlinge in der Zeitarbeit, was einem Plus von 95 Prozent entspricht. In der Gesamtwirtschaft stieg die Zahl aller Arbeitskräfte aus den acht Asylländern in den zwei Jahren um 85 Prozent auf fast 131.000. Die BA attestierte den Flüchtlingen "gute Beschäftigungsperspektiven" in der Zeitarbeit, nachzulesen in der Analyse "Fluchtmigration".

Viele Hilfskräfte

Eine der Ursachen dafür sei der hohe Stand an Hilfskräften in der Zeitarbeit. Gerade danach werde von den Flüchtlingen gefragt: "Mehr als drei Fünftel aller arbeitslosen Geflüchteten suchen eine Tätigkeit auf Helferniveau", stellt die BA fest. Das passe, denn oftmals beherrschen die Flüchtlinge die deutsche Sprache noch nicht richtig, haben aufgrund ihres jungen Alters noch keinen Beruf erlernt oder können keinen offiziellen Berufsabschluss vorweisen.

Einstieg in den Arbeitsmarkt

Das Bundesarbeitsministerium sehe die Beschäftigung von Flüchtlingen in Zeitarbeit laut SZ positiv: "Die Zeitarbeit bietet eine erste Möglichkeit, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen." Gerade für Ausländer können die in dieser Zeit erworbenen Sprachkenntnisse und Kontakte, das Kennenlernen der deutschen Unternehmenskultur oder der Abbau von Informationsunsicherheiten von Vorteil sein", attestierte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung.

Flüchtlinge qualifizieren

Stichwort doppelte Chance Zeitarbeit - auch eine Übernahmequote bei Flüchtlingen existiert inzwischen: Zehn Prozent der Geflüchteten, die bei GeAT beschäftigt waren, wurden von den Kundenunternehmen übernommen. Wichtig sei in diesem Zusammenhang, Zeitarbeitnehmer möglichst berufsbegleitend weiter zu qualifizieren, damit sie nicht dauerhaft als Helfer arbeiten müssen. Helmut Meyer sieht das ganz pragmatisch und hat jedenfalls mit Flüchtlingen längst viele positive Erfahrungen gesammelt: "Wenn sie sechs Wochen arbeiten, lernen sie mehr Deutsch als in einem dreimonatigen Sprachkurs." (WLI)