iGZ-Forum Personalmanagement: BarCamps in Raum „Sevilla“

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Regionale Seite: Berlin

Annette Messing

  • Bundesgeschäftsstelle
  • Leitung Qualitätsmanagement - Personal, Organisation, Bildung
  • Projektgruppenleiter
  • Projektgruppe Prozess der Personalentwicklung in der Zeitarbeit

Claudia Schütte

  • Bundesgeschäftsstelle
  • Referat Organisations- und Personalentwicklung

Personalentwicklung und Zeitarbeit – geht das zusammen?

Wie rekrutiere ich den passenden Mitarbeiter für den angefragten Kundeneinsatz? Erhöht sich die Mitarbeiterbindung durch die Personalentwicklung? Und wie muss der zukünftige Personaldisponent qualifiziert sein? Dies sind nur einige der Fragen, die die Teilnehmer der BarCamps beim iGZ-Forum Personalmanagement im Melià Hotel in Raum „Sevilla“ diskutierten.

iGZ-Bundesvorstandsmitglied Thorsten Rensing fragte: „Bleibe ich überhaupt noch konkurrenzfähig, wenn ich keine Personalentwicklung betreibe?“

Die Zeitarbeitsbranche wie auch die Kundenunternehmen stehen derzeit vor Rekrutierungsproblemen, die sich zukünftig noch zuspitzen werden. Thorsten Rensing, iGZ-Bundesvorstandsmitglied für das Ressort Bildung, ging sogar noch einen Schritt weiter und fragte: „Bleibe ich überhaupt noch konkurrenzfähig, wenn ich keine Personalentwicklung betreibe?“

Mitarbeiterbindung

Einig waren sich die Teilnehmer, dass bereits sehr viel für Mitarbeiterbindung in den Unternehmen getan wird. Das Verhältnis zum Mitarbeiter habe in weiten Teilen eine andere Qualität bekommen. Es seien die kleinen Schritte, die in den Unternehmen umgesetzt werden und emotionale Bindungen aufbauen: regelmäßige Gespräche mit dem Mitarbeiter, Besuche im Kundenbetrieb, Mitarbeiter-Sprechstunden oder Familienfeiern, um nur einige zu nennen.

Personalentwicklung

Nicht zuletzt durch das Angebot von Personalentwicklung kann ein Anreiz für potenzielle neue Mitarbeiter und auch für die Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen geschaffen werden. Bei der Personalentwicklung geht es nicht nur um die Qualifizierung der Mitarbeiter (reine Wissensvermittlung), sondern ebenso um deren Kompetenzentwicklung. „Durch unsere hohe Flexibilität und die unterschiedlichen Einsätze sind wir als Zeitarbeitsbranche doch geradezu prädestiniert für die Kompetenzentwicklung“, stellte Rensing fest und warf die Frage auf, ob dieses Angebot an flexiblen Arbeitsplatzformen nicht genau der Erwartungshaltung zukünftiger Generationen entsprechen müsste.

Kundenunternehmen einbeziehen

Jeder Zeitarbeitnehmer entwickelt in unterschiedlichen Einsätzen Kompetenzen, die es in einer strategischen Personalentwicklung zu bewerten und dokumentieren gilt. In diese Bewertung ist neben der Einschätzung des Mitarbeiters insbesondere auch das Kundenunternehmen, in dem der Mitarbeiter eingesetzt ist, miteinzubeziehen, um eine hohe Objektivität bei der Beurteilung von Kompetenzen zu gewährleisten. Neben dem regelmäßigen Feedback von Mitarbeitern und Kunden und der intensiven Betreuung des Mitarbeiters durch den Disponenten ist eine entsprechende Kompetenzentwicklung der internen Mitarbeiter, also der Disponenten, entscheidend für den Erfolg der Personalentwicklung.

Qualifizierung der Disponenten

„Sind unsere Personaldisponenten überhaupt richtig aufgestellt, um gute Personalentwicklung zu betreiben? Sind die Rahmenbedingungen dafür überhaupt geschaffen?“, fragte Martin Vollbrecht, Care People Consulting, provozierend in die Runde. Die Teilnehmer waren sich einig, dass diese Veränderungsprozesse von der Geschäftsführung getragen werden müssen und dass es neuer Strukturen und eines systematischen Changemanagements bedürfe. Nicht zuletzt müssten auch die Inhalte der Ausbildung der Personaldienstleistungskaufleute (PDK) entsprechend angepasst werden. Gleichzeitig werden diese neuen Aufgaben der Disponenten aber auch zu einer Aufwertung und Weiterentwicklung des Berufsbildes führen und eine stärkere Herausforderung für Personaldisponenten darstellen.

Umsetzbarkeit

Die Umsetzung einer systematischen Personalentwicklung stellt die Unternehmen vor große Herausforderungen und ist mit hohem Aufwand verbunden. Die Fragen, ob es gelingen wird, eine Allianz mit dem Kundenunternehmen zur Kompetenzentwicklung und -messung zu etablieren oder inwieweit eine finanzielle Beteiligung der Kundenunternehmen an gemeinsamen Projekten gestaltet werden kann, waren nur einige der Aspekte, die die Teilnehmer in diesem Zusammenhang beschäftigten. Einig waren sich die Teilnehmer darin, dass der Prozess nur in kleinen Schritten umzusetzen ist. Wichtig sei aber die kontinuierliche Auseinandersetzung mit Personalentwicklung und die Sensibilisierung für das Thema im eigenen Unternehmen und beim Kunden. (AM)

Der vom iGZ entwickelte Prozess der Personalentwicklung in der Zeitarbeit (ProPeZ) unterstützt bei der Einführung einer systematischen Personalentwicklung, nähere Informationen gibt es hier.