iGZ-Landeskongress Süd in München

Downloads

Vortrag Sattelberger [pdf 4,4 MB]
Vortrag Dreßen [pdf 0,1 MB]
Vortrag Hawliczek [pdf 0,1 MB]

Sie könnte auch interessieren

Themenseite: Landeskongress
Regionale Seite: Bayern Baden-Württemberg

Mehr Freiheit für Zeitarbeit gefordert

„Süden hoch vier – Zeitarbeit hilft!“: Unter diesem Motto stand der Landeskongress Süd des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) in München. „Das gute Wetter habe ich extra bestellt“, schmunzelte Petra Eisen, iGZ-Landesbeauftragte Bayern, als sie die fast 300 Teilnehmer begrüßte.

iGZ-Hauptgeschäftsführer Werner Stolz (l.) überreichte dem FDP-Politiker Thomas Sattelberger eine symbolische "lange Leine" für die Zeitarbeitsbranche.

Armin Zeller, iGZ-Landesbeauftragter Baden-Württemberg, ging auf die zentralen Themen des Landeskongresses ein. „Mitarbeitergewinnung, Digitalisierung, Kompetenzmanagement und Wettbewerbsfähigkeit sind die vier Themen, die uns derzeit am meisten beschäftigen“, erklärte er das Kongressmotto „Süden hoch vier“. Zusätzlich gebe es beim Landeskongress eine bunte Mischung aktueller Themen wie beispielsweise die Umsetzung der Reform des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG), kündigte er an.

Dank für ehrenamtliches Engagement

Eisen nutze die Gelegenheit, sich bei den iGZ-Regionalkreisleitern in Süddeutschland für ihr großes Engagement zu bedanken. Auf ihre Kollegen Nicole Munk, Angelika Palermita, Rudolf Sagner, Sabine Frank, Peter Schütz und Arkadius Richard Woytalla könne sie sich stets verlassen, wenn es darum gehe, die Interessen des Verbandes zu vertreten. „Wir sind zwar bereits ein großes Team – freuen uns aber trotzdem immer über weitere Unterstützer, die sich ehrenamtlich für den iGZ engagieren möchten“, motivierte sie.

Über Veränderungen nachdenken

„Wir müssen schon jetzt über Veränderungen nachdenken“, mahnte iGZ-Bundesvorsitzender Christian Baumann. „Welche Perspektiven haben unsere Geschäftsmodelle?“ Politisch sei bis zur vereinbarten Überprüfung der AÜG-Reform 2020 eher keine große Veränderung zu erwarten. Ganz anders sehe es aber in den Bereichen Gesellschaft und Digitalisierung aus. „Viele unserer Bewerber kommen aus der Arbeitslosigkeit“, nannte er ein Beispiel. Doch die Zahl der Arbeitslosen sinke. Hier werde schon heute deutlich, dass Veränderung nötig sei.

Passen die derzeitigen Systeme noch?

Die Digitalisierung verändere nicht nur viele Arbeitsplätze, sondern auch die Geschwindigkeit der Prozesse. „Da müssen wir uns die Frage stellen, ob unser statisches System aus physischen Niederlassungen eigentlich zu den schnellen digitalen Anforderungen passen“, warf Baumann einen weiteren Gedanken ein. Die zehn teuersten Unternehmen weltweit seien durchweg Tech-Konzerne, die den digitalen Wandel mitbestimmen.

Geschäftsmodell grundsätzlich nicht in Gefahr

Eines jedoch mache Mut: „Auf jeden Fall wird es weiterhin Unternehmen geben, die Mitarbeiter brauchen, und Mitarbeiter, die Arbeit suchen. Unser Geschäftsmodell ist also grundsätzlich nicht in Gefahr.“ Seiner Auffassung nach werde die Branche mit den jetzigen Geschäftsmodellen jedoch nur dann überleben, wenn sie möglichst effizient auf Veränderungen reagiere.

Externe Flexibilität nötig

Thomas Sattelberger, ZukunftsAllianz Arbeit & Gesellschaft, griff diesen Aspekt in seinem Referat ebenfalls auf. „Braucht die neue Arbeitswelt mehr Flexibilität?“, fragte er in die Runde – und beantwortete die Frage mit einem klaren Ja. Wenn in Krisenzeiten die interne Flexibilität eines Unternehmens nicht ausreiche, brauche es externe Flexibilität wie Zeitarbeit und Freelancer. Diese würden in vielen Unternehmen zudem als Innovationstreiber wirken.

Arbeitssystem nicht krisenfähig

„Krisen gehören zu unserer freien Marktwirtschaft nun einmal dazu“, machte Sattelberger deutlich. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles habe das Arbeitssystem aber lediglich auf Schön-Wetter-Zeiten ausgelegt. „Krisen sind mit den neuen Regelungen nicht händelbar“, prophezeite er. Die Arbeitsgesetze folgen der Logik der industriellen (Fabrik-)Arbeiter, aber nicht der der mobilen Wissensarbeiter, die aufgrund der Digitalisierung viel flexibler arbeiten könnten.

Zeitarbeit an der langen Leine lassen

Das neu gewählte FDP-Bundestagsmitglied schloss mit klaren Forderungen: Arbeitszeitgesetze mit „Freiheitsklausel“; eine Arbeitsstättenverordnung und Arbeitsschutz ohne Blockaden und Bürokratie für mobile Arbeit; ein Arbeitsrecht, das an Digitalprojekte angepasst ist. Und: eine beschäftigungsstrukturelle Förderung für die Zeitarbeit. iGZ-Hauptgeschäftsführer Werner Stolz dankte Sattelberger für seinen Vortrag mit einem symbolischen Geschenk. Er überreichte ihm eine lange Hundeleine in der Hoffnung, dass der FDP-Politiker auch die Zeitarbeitsbranche „an der langen Leine“ laufen lasse.

Fachforen

In drei Fachforen hatten die Teilnehmer die Gelegenheit, sich über Lobbyarbeit in Wahlkreisen, die EU-Datenschutzverordnung oder Digitalisierungstrends im Recruiting zu informieren (siehe separater Artikel). Die Perspektiven der Bayerischen Wirtschaft beleuchtete anschließend Alfred Gaffal, Präsident der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V. (siehe separater Artikel). (ML)