iGZ-Veranstaltung bietet breites Praxisangebot

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Vortrag Munk [pdf 0,2 MB]
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Dietmar Richter

  • Bundesvorstand
  • Ehrenvorsitzender (kooptiert)
  • Seminarleiter/in

Individuelle Weiterbildung für Kongressbesucher

„Maßgeschneiderte Qualifizierungsmaßnahmen“ forderte Prof. Dr. Markus-Oliver Schwaab, Hochschule Pforzheim, beim ersten Weiterbildungskongress des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) in Karlsruhe. Und genau das lieferte der iGZ den rund 100 Teilnehmern. In drei Blöcken mit je drei Praxisforen konnte sich jeder Kongressbesucher genau das Weiterbildungsprogramm zusammenstellen, das zu seinen individuellen Bedürfnissen passt.

Um 6,5 Millionen Personen wird sich das Arbeitskräftepotenzial bis 2025 verringern, blickte Marianne Staudte, Bereichsleiterin der Arbeitsagentur Karlsruhe, im ersten Praxisblock in die Zukunft. „Keiner soll verloren gehen“, sei daher der Ansatz der Bundesagentur für Arbeit (BA), sich einerseits für Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen stark zu machen, andererseits die Anzahl qualifizierter Arbeitskräfte zu erhöhen.

Ausländische Abschlüsse

Eine Möglichkeit hierzu ist die Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland. Probleme bei der Beurteilung der Fachkenntnisse derjenigen löst die IHK FOSA, bei der von Januar bis August 2013 bereits 3.700 Anträge auf Anerkennung ausländischer Abschlüsse eingegangen sind. „Wir werden versuchen die, die kommen wollen und kommen können, in den Wirtschaftsbereich zu integrieren“, versprach Alfons Moritz, Geschäftsbereichsleiter der IHK Karlsruhe.

E-Learning

Anhand eines kurzen Films erläuterte zeitgleich Dr. Bernd Benikowski, Geschäftsführer des TZZ – TrainingsZentrumZeitarbeit, welche Vorteile E-Learning bietet: „Eine besondere Stärke liegt darin, dass wir in kleinen Videos Situationen aus der direkten Arbeitsumgebung des Mitarbeiters zeigen können.“ Mobile Endgeräte ermöglichten zudem, dass die Mitarbeiter sich diese dann in kleinen Pausen direkt am Arbeitsplatz anschauen können.

Modulare Qualifizierung

Mit der Nachqualifizierung externer Mitarbeiter ging es nach einer kurzen Pause in den zweiten Praxisblock. Stefan Küpper, Geschäftsführer des Bildungswerks der Baden-Württembergischen Wirtschaft, stellte Möglichkeit der modularen Nachqualifizierung vor. Abgestimmt auf den Bedarf der Unternehmen bestehe diese Form der Qualifizierung aus zeitlich und inhaltlich unabhängigen Modulen – ein Vorteil für Unternehmen mit starken konjunkturellen Schwankungen.

Generation M

„Ich halte den Laden am Laufen, aber man sieht mich nicht“, schilderte Hans-Peter Ludwig, MVV Energie AG, wie sich langjährige Mitarbeiter der „Generation M“ (mittleren Alters) häufig in Unternehmen fühlen. Daher sei es wichtig, den Blick auch auf diese Arbeitnehmer zu werfen. Im Praxisforum stellte er ein ganzheitliches Personalentwicklungsprogramm vor.

Grenzüberschreitende Ausbildung

Ein deutsch-französisches Projekt zur Fachkräftesicherung im Grenzgebiet stellten Sylvia Müller-Wolff, EURES-Beraterin, und Josef Stößer, Bildungsberater bei der IHK Karlsruhe, vor. In Deutschland sei die Ausbildung für viele Berufe praxisorientierter als in Frankreich, Sprachprobleme könnten aber den schulischen Lernerfolg schmälern. „Junge Franzosen können darum in Deutschland die praktische Ausbildung bekommen, aber nach wie vor in Frankreich zur Berufsschule gehen“, erklärte Stößer das Prinzip der grenzüberschreitenden Ausbildung.

Weiterbildung ist Investition

„Wir brauchen eine Neudefinition des Steuerinvestitionsbegriffs“, forderte Unternehmensberater Dietmar Richter. Weiterbildungsmaßnahmen seien direkte Investitionen in die Mitarbeiter des Unternehmens und müssten daher auch als solche steuerlich absetzbar sein. Schon für recht einfache Maßnahmen seien die Kosten hoch. Die Wirtschaft brauche daher ein Steuermodell, mit dem diese Investitionskosten über mehrere Jahre abgesetzt werden könnten.

Informelle Kompetenzen erkennen

Wie wichtig informelles Lernen ist, stellte Kerstin Huber, Institut für Berufspädagogik am Karlsruher Institut für Technologie, am Beispiel des Projektes „Anerkennung informell erworbener Kompetenzen“ (AiKo) vor. „Lernen wird gerade von ungelernten Arbeitnehmern stark mit Kursen und Schule verbunden. Das Bewusstsein für informelles Lernen ist eher gering“, nannte sie eines der Forschungsergebnisse. In Folge dessen sei vielen Hilfskräften auch die Bedeutung ihrer informellen Kompetenzen gar nicht klar.

Verbundausbildung

Das Prinzip der Verbundausbildung erklärte Thomas Voss, Projektleiter Weiterbildung beim iGZ-Mitgliedsunternehmen Piening GmbH. Dabei sind die Auszubildenden im Zeitarbeitsunternehmen angestellt, erlangen die praktische Ausbildung jedoch in einem Kundenbetrieb. Auf diese Weise bekämen besonders solche Jugendliche eine Chance, die es sonst auf dem Arbeitsmarkt schwer hätten, warb Voss für diese ungewöhnliche Art der Ausbildung. Die Kunden hätten gleichzeitig den Vorteil einer langen Erprobungszeit ohne vertragliche Verpflichtungen dem Auszubildenden gegenüber. (ML)