iGZ-Mitgliederversammlung: Christian Baumann zum Bundesvorsitzenden gewählt

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iGZ-Wahlmarathon im ehemaligen Bundestag

„Ich habe nicht damit gerechnet, einmal hier zu stehen“, begrüßte Sven Kramer, kommissarischer Bundesvorsitzender des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) die Teilnehmer der Mitgliederversammlung im ehemaligen Plenarsaal des Deutschen Bundestages in Bonn.

Der neue iGZ-Bundesvorstand (v.l.) Bettina Schiller, Thorsten Rensing, Petra Eisen, Christian Baumann, Werner Stolz, Martin Gehrke, Sven Kramer, Dietmar Richter, Andreas Schmincke und Manuela Schwarz.

Zunächst dankte Kramer der ehemaligen iGZ-Bundesvorsitzenden Ariane Durian, die nach Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens ihr Amt niedergelegt hatte, für ihr Engagement. Es seien „zehn tolle Jahre“ gewesen und „der Erfolg des iGZ ist untrennbar mit ihr verbunden“, so Kramer.

AÜG-Reform "bürokratisches Monster"

Anschließend ging er auf die Neuerung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG) ein, das sich im Laufe der verschiedenen Referentenentwürfe vom ersten Entwurf bis zur endgültigen Fassung stark verändert habe. „Dieses bürokratische Monster hilft keinem. Insbesondere schadet es unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern“, kommentierte Kramer.

Positive Entwicklung

Als nächster Tagesordnungspunkt folgte der Rechenschaftsbericht des Bundesvorstandes. Martin Gehrke stellte dar, dass die Beiträge für den VBG in den letzten Jahren massiv gesunken sind. Christian Baumann, zuständig für das Referat Arbeitsmarktpolitik, verwies auf die positive Entwicklung der Beschäftigung in der Gesamtwirtschaft und in der Zeitarbeit. „Wir haben einen massiven Aufbau in der Branche erlebt“, betonte er. „Die zentrale Herausforderung ist es, geeignetes Personal zu finden“, beschrieb Baumann.

Ausbau des Seminarangebots

Thorsten Rensing, zuständig für den Bereich Bildung und Qualifizierung, berichtete über den Ausbau des Seminarangebots. Außerdem stellte er ProPez vor, den Prozess der Personalentwicklung in der Zeitarbeit, bei dem Mitarbeiter gezielt weitergebildet werden. Bettina Schiller, zuständig für das Ressort Marketing und Öffentlichkeitsarbeit, präsentierte Zahlen zur Pressearbeit. Allein die iGZ-Webseite habe pro Monat rund 1,3 Millionen Aufrufe.

Entlastung des Vorstandes

Andreas Schmincke legte die Finanzen des iGZ dar. „Das Geld für das Hauptamt ist sehr gut ausgegebenes Geld“, lobte er die Arbeit der iGZ-Mitarbeiter. Seit einigen Jahren steige die Mitgliederzahl des iGZ und entsprechend auch die Verbandseinnahmen. Die Kassenprüfer hatten keine Beanstandungen. Der Vorstand wurde einstimmig entlastet. Die beiden Rechnungsprüfer Carsten Ahrens und Sascha Lange wurden für ihr Amt wiedergewählt. Danach wählten die Mitglieder den neuen Vorstand sowie die Mitglieder der Tarifkommission.

Vorstellung der Projektgruppen

Zwischendurch berichtete Marcel Speker, Leiter der iGZ-Referate für Kommunikation und Arbeitsmarktpolitik, über die Projektgruppe zur Integration der Flüchtlinge. „Das Haupthindernis für die Integration sind die mangelnden Deutschkenntnisse“, betonte er. In die Flüchtlingsintegration würden viele Fragen hineinspielen. Clemens von Kleinsorgen stellte die Projektgruppe Zielgruppen des Arbeitsmarktes unter der Leitung von Sonja Oetting vor. Zunächst hat sich die Gruppe mit der Beschäftigung von Älteren auseinandergesetzt, derzeit stehen junge Menschen unter 25 Jahre im Fokus. Herausgearbeitet wird, wie man diese Personengruppen erreicht und ansprechen kann.

ÄUG-Reform

Martin Dreyer, iGZ-Geschäftsführer, ging auf die Änderung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes ein. „Das Gesetz ist fehlgeleitet“, kommentierte er insbesondere die Regelungen zur Nachkonkretisierung und Nachkennzeichnungspflicht. Auch im Bereich der Rahmenverträge gebe es noch viel Klärungsbedarf. In der Regel müsse zusätzlich ein konkreter Arbeitnehmerüberlassungsvertrag abgeschlossen werden. „Wir sind mit Herzblut dabei, Sie bestmöglich zu unterstützen“, betonte der Jurist.

Antragsabstimmung

Zum Schluss stimmten die Teilnehmer über einen Antrag ab. Die iGZ-Mitglieder verpflichteten sich, den Mitarbeitern, die im Rahmen von Werkverträgen eingesetzt sind, den der Tätigkeit entsprechenden iGZ-Tariflohn zu zahlen. (AA)