Hauptgeschäftsführer Zander im Interview

Gesamtmetall lehnt Gesetzentwurf ab

„Durch Equal Pay droht ein enormer Bürokratismus, weil jeder einzelne Fall geprüft werden müsste“, ärgert sich Oliver Zander, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall. Der von Arbeitsministerin Andrea Nahles vorgelegte Gesetzentwurf zur Einschränkung der Zeitarbeit entspreche nicht den Vorgaben aus dem Koalitionsvertrag und sei für Gesamtmetall daher so nicht akzeptabel.

Oliver Zander, Hauptgeschäftsführer des arbeitgeberverbands Gesamtmetall, sieht beim Gesetzentwurf zur Regulierung der Zeitarbeitsbranche Nachbesserungsbedarf. (Foto: Gesamtmetall)

Schon jetzt gebe es Zuschlagstarifverträge, die das Entgelt der Zeitarbeitskräfte binnen neun Monaten an das der Stammmitarbeiter heranführen, äußerte Zander im Interview mit dem Weser-Kurier. Diese Branchenzuschlagstarifverträge gibt es seit 2012 in inzwischen elf Branchen, in denen Zeitarbeitskräfte eingesetzt werden.

"Dollpunkt"

Die zweite geplante gesetzliche Einschränkung betrifft die Beschränkung der Überlassungsdauer auf 18 Monate. Nur tarifgebundene Unternehmen sollen von dieser Regelung abweichen dürfen. „Das ist ein Dollpunkt, weil gerade die Metall- und Elektroindustrie für fachlich höherwertige Tätigkeiten längere Überlassungszeiten braucht. Da kann man mit 18 Monaten nichts erreichen!“, machte der Gesamtmetall-Chef seinem Ärger Luft.

Nachbesserungsbedarf

Zander forderte Nachbesserungen von Seiten der Regierung, um den Konflikt um das geplante Gesetz zu lösen. „Wenn das geplante Gesetz den Koalitionsvertrag erfüllt und die Branchentarifverträge so bleiben können, wie sie sind, dann werden wir uns einer gesetzlichen Regelung nicht verschließen.“ Im Moment sei das aber noch nicht der Fall. „Und deshalb sagen wir: So nicht!“, verdeutlichte Zander. (ML)

Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Oliver Zander im Interview:

Posted by Faire Zeitarbeit on Montag, 1. Februar 2016