CSU-Politiker spricht beim LK-Süd in München

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Blume: Digitalisierung nur vorübergehend?

„Die neue Stärke des Politikers ist das Zuhören“, stellte Markus Blume, stellvertretender CSU-Generalsekretär, beim Landeskongress Süd des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) in München, fest.

Markus Blume, stellvertretender CSU-Generalsekretär, referierte über die Veränderungskraft der Digitalisierung, mit der sich die Politik befassen muss.

Als Politiker müsse mit dem Erwartungsmanagement angefangen werden, erklärte Blume. Er gehöre zur Generation Hoffnungslos, Generation X, diejenigen, die etwas zuletzt schnallen. Und er spielte damit auf die Digitalisierung an.

Transformationsaufgabe

Die Digitalisierung sei etwas, das die Gesellschaft und auch die Politik überfordere. „Wir unterschätzen uns maßlos in dieser Hinsicht“, betonte Blume. Er empfindet die Digitalisierung weder als Hype noch als Herausforderung. Ein Hype sei etwas, das die Medien groß gemacht haben. Eine Herausforderung klinge lösbar. Die Digitalisierung sei ganz anders. „Sie ist die größte Transformationsaufgabe, in der wir uns befinden“, kommentierte der Referent.

Kraft der Digitalisierung

Blume beschrieb die Digitalisierung als technischen Fortschritt, der sich selbst beschleunige. Sie wachse exponentiell - in zwei Jahren um 100 Prozent. „Die Kraft der Digitalisierung ist so groß wie die der französischen und industriellen Revolution zusammen“, verglich der stellvertretende Generalsekretär. Diese technologische Veränderungskraft beeindrucke ihn besonders. Auch die Radikalität, mit der die Digitalisierung voranschreite, müsse von der Politik sehr schnell erfasst werden. Ein Regelungsrahmen, der passe, müsse gefunden werden.

Vorübergehende Digitalisierung

Der Politiker verglich die Digitalisierung auch mit der Mobilität. „Kaiser Wilhelm glaubte an das Pferd und nicht an das Automobil. Da lag er falsch. Ist die Digitalisierung vielleicht auch nur vorübergehend?“, fragte er das Publikum. Seiner Meinung nach nicht, aber er würde sich auch vom Gegenteil überzeugen lassen.

Anforderungen

„Es wird in Zukunft kein Berufsbild mehr geben, das nicht von der Digitalisierung erfasst wird“, erklärte Blume. Die Digitalisierung zeige nicht nur technische, sondern auch gesellschaftspolitische sowie politische Anforderungen. Vor 30 Jahren war Digitalisierung noch eine reine Spezialistenveranstaltung. Heute treffe sie auf die echte Welt, auf die Mobilität, die Gesundheit, die Gesellschaft und vor allem auf die Politik. Ebenso halte sich die Digitalisierung nicht an geltende Spielregeln.

Komplizierte Aufgabe

Unternehmen müssen sich laut Referent fragen, wie sie sich in dieser Welt noch mit ihrem Geschäftsmodell behaupten können. Arbeitnehmer müssten sich fragen, was die Digitalisierung mit ihnen und ihrem Arbeitsplatz macht. „Wir können die Digitalisierung nicht aufhalten, können keinen Zaun um unser Land bauen. Aber wir können sie auch nicht einfach laufen lassen“, reflektierte er. Es sei eine extrem politische und komplizierte Aufgabe, hier neue Spielregeln zu schaffen und die Chancen der Digitalisierung zu nutzen.

Bildungssystem

Die Politik müsse eine digitale Infrastruktur schaffen und dürfe darüber hinaus nicht das Bildungssystem vergessen. „Das digitale Klassenzimmer ist keine Veranstaltung von übermorgen, sondern von jetzt“, betonte Blume. „Alle müssen die Chance haben, an der Digitalisierung teilnehmen zu können.“ Dies sei aber noch nicht an allen Schulen in Deutschland angekommen. Die Schüler von heute seien die Fachkräfte von morgen. Sie erwarte in Zukunft ein anderes Anforderungsprofil als noch vor 30 Jahren. (SB)