iGZ-Bundesvorsitzender im WDR 2-Radiointerview

Christian Baumann

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Baumann: „Tarifstrukturen belohnen Loyalität“

„Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen“, bringt es Christian Baumann, Bundesvorsitzender des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ), auf den Punkt. Im Radiointerview mit dem Westdeutschen Rundfunk (WDR) nahm er Stellung zu Gehaltsunterschieden zwischen Zeitarbeitsbeschäftigten und der Stammbelegschaft.

iGZ-Bundesvorsitzender Christian Baumann stand dem Radiosender WDR 2 Rede und Antwort.

Ob es nicht unfair sei, wenn zwei, die das Gleiche machen, unterschiedlich viel verdienen, fragte die Moderatorin im WDR 2-Interview. „Man muss hier auch die soziodemografischen Merkmale beachten“, meinte Baumann. Die Tarifstrukturen in Deutschland belohnen Loyalität zum Arbeitgeber. „Und das über Jahre hinweg“, betonte Baumann. Je länger ein Mitarbeiter beschäftigt sei und je besser er arbeite, desto mehr verdiene er.

„Hochgradig ungerecht“

„Sie müssen sich mal vorstellen, wie sich der Mitarbeiter fühlt, der seit 20 Jahren beschäftigt ist“, gab der iGZ-Bundesvorsitzende ein Beispiel. Wenn der neue Kollege aus dem Zeitarbeitsunternehmen auf einmal das Gleiche verdiene wie der Mitarbeiter, der diesen Job seit 20 Jahren mache, dann empfinde der das natürlich als „hochgradig ungerecht“.

Stärkere Arbeitsfähigkeit

Die Qualifikation für eine Beschäftigung komme mit der Zeit. Mitarbeiter, die schon länger im Job seien als Kollegen, die frisch starten, würden deutlich schneller arbeiten und hätten eine deutlich stärkere Arbeitsfähigkeit. Außerdem hätten sie bereits Loyalität zum Arbeitgeber bewiesen. Das müsse in der Lohnstruktur auch berücksichtigt werden.

Höchstüberlassungsdauer

Die WDR 2-Moderatorin erkundigte sich auch nach den Ausnahmeregelungen bei der neu eingeführten Höchstüberlassungsdauer. Diese beträgt gesetzlich 18 Monate – per Tarifvertrag darf aber – bei nachgewiesener Notwendigkeit – nach oben abgewichen werden. „Ein Kreuzfahrtschiff ist nicht innerhalb von 18 Monaten gebaut“, gab Baumann ein Beispiel. Und auch die Integration von größeren Softwarelösungen in ein bestehendes Softwaresystem würden deutlich länger als 18 Monate dauern. Dann sei eine Abweichung möglich. (ML)