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27.08.2010
Ohne "Leihärzte" droht Engpass in Krankenhäusern
Viele Krankenhäuser in Westfalen müssen freie „Leihärzte“ verpflichten
Nach Information der Westfälischen Nachrichten vom 9. Januar 2010 haben in den vergangenen Jahren Hunderte Ärzte in Deutschland ihre feste Anstellung gekündigt, um als so genannte „Honorarkräfte“ zu arbeiten.
Nach einem Bericht in der Ausgabe der Westfälischen Nachrichten vom 9.1.2010 (Seite 1, Frank Polke) müssen immer mehr Krankenhäuser in Westfalen freie „Leihärzte“ verpflichten, um den Arbeitsablauf aufrecht erhalten zu können. „Dies gefährdet die Versorgung der Patienten“, schlägt der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Theodor Windhorst, Alarm.
Nach Information der WN haben in den vergangenen Jahren Hunderte Ärzte in Deutschland ihre feste Anstellung gekündigt, um als so genannte „Honorarkräfte“ zu arbeiten. Damit können sie deutlich mehr verdienen als in einer Festanstellung. Nach offiziellen Angaben zahlen Kliniken den Leihärzten zwischen 100 und 150 Euro die Stunde. Noch attraktiver ist das Ausland: In Großbritannien, wo ebenfalls seit Jahren Mediziner fehlen, erhalten Fachärzte für eine Arbeitsstunde am Wochenende oder in Nacht bis zu 250 Euro in der Stunde. Nach Angaben der Ärztekammer Westfalen beeinträchtigt das zum Teil drastische Verdienstgefälle zwischen festangestellten Klinikärzten und ihren „Honorar“-Kollegen das Betriebsklima in den Krankenhäusern.
„Die Unzufriedenheit steigt“, sagt Windhorst. „Zudem kommen manche Fachärzte durch den Kontakt mit den Leihkollegen selbst auf den Geschmack und kündigen, um dann als freie Kraft mehr zu verdienen.“ Auch niedergelassene Ärzte geben ihre Praxis auf und arbeiten „frei“. Rund um diese Mediziner ist eine wahre Vermittlungsindustrie entstanden. In den landesweit 418 Kliniken fehlen bereits heute 1000 Mediziner.



